Lebensmittelindustrie
Russland ist aufs Schwein gekommen

Russland will die Produktion von Schweinefleisch deutlich ausbauen. Mit neuen Stallanlagen, Schlachthöfen und Verarbeitungsbetrieben soll die Produktionszahlen verdreifacht werden. Große Investitionen stehen an und deutsche Unternehmen wollen mit von der Partie sein.

MOSKAU. Schweinezucht und Fleischverarbeitung könnten zu den Gewinnern der aktuellen Wirtschaftskrise in Russland werden. Für 2009 wird ein Wachstum von 10% bei der Fleischproduktion erwartet. Da gleichzeitig die Importe sinken, verbessern sich die Investitionsbedingungen für neue Anlagen. Bis 2020 ist eine Verdoppelung des Viehbestandes und der Produktionskapazitäten geplant. Für die nächsten Jahre haben namhafte Investoren mehrere Großprojekte angekündigt. Dafür wird dringend westliche Technologie benötigt.

Russlands Schweinezucht ist heute nur noch ein Schatten ihrer einstigen Glanzzeiten. Standen 1990 noch über 38 Millionen Schweine in den Ställen der Agrargenossenschaften, so lag diese Zahl Ende Juni 2009 bei 18,3 Mio. Borstentieren (ohne private Viehhaltung). Das war zwar immerhin ein Zuwachs von 5% im Vergleich zum Vorjahr. Doch die Volumina aus Sowjetzeiten sind in weite Ferne gerückt. Das gilt sowohl für den Schweinebestand als auch für die Fleischproduktion.

Erst 2020 wird Russland wieder an die Werte von 1990 anknüpfen können, so Prognosen des Landwirtschaftsministeriums (siehe Tabelle). Dafür sind aber mehrere Milliarden Euro Investitionen in neue Zuchtanlagen, Kombifutterwerke, Schlachtanlagen und Verarbeitungsbetriebe nötig.

Außerdem müssen die Verbraucher wieder auf den Geschmack von Schweinefleisch gebracht werden. Derzeit dominiert Geflügel auf den Tellern der Russen, weil es deutlich billiger ist als Schweine- oder Rindfleisch. Laut Branchenexperten liegt der Pro-Kopf-Verbrauch an Schweinefleisch in Russland derzeit bei 18 Kilogramm, davon 6 Kilogramm aus dem Import. Die Menschen in westlichen Industrieländern essen jährlich bis zu 45 Kilogramm Schweinefleisch.

Die Schweineproduktion wird in den kommenden Monaten eines der wenigen Wachstumssegmente in Russland sein. Da die Regierung die Lebensmittelsicherheit ganz oben auf ihre Prioritätenliste gesetzt hat, ist mit staatlicher Unterstützung für neue Projekte zu rechnen. Der Anteil einheimischer Fleischprodukte am Gesamtverbrauch des Landes soll von derzeit 60 auf 85% steigen.

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