Lieferchancen für deutsche Anbieter
Macaus Bausektor kann sich vor Aufträgen kaum retten

In Macau schießen neue Hotels, Kasinos, Apartmentanlagen und Shoppingmalls wie Pilze aus dem Boden. Der Bausektor muss Arbeitskräfte aus Hongkong importieren und rund um die Uhr arbeiten, um den Aufträgen nachzukommen. Lieferchancen für deutsche Unternehmen bestehen bei Badezimmerausstattungen, Küchen, Sicherheits- und Aufzugstechnik sowie Haushaltswaren.

bfai HONGKONG. Der wohl größte Immobilienboom Chinas findet nicht in Schanghai, sondern in der winzigen Sonderverwaltungsregion (SVR) Macau statt. Ausländische Unternehmen investieren Milliarden US$-Beträge in den Bau von Hotels und Kasinokomplexen. Auch der private Wohnungsmarkt floriert, vor allem im oberen Preissegment, da moderne Luxusapartments bislang noch Mangelware sind. Die Zahl der Shoppingmalls soll ebenfalls stark erhöht werden.

Ausgelöst wurde die Bauwut durch die Beendigung des rd. 50 jährigen Glücksspielmonopols im Jahr 2002. Ausländische Kasinogesellschaften bauten zwischen 2002 und 2006 zahlreiche neue Spielbankkomplexe in der Innenstadt. Die erste Investitionswelle ist weitgehend abgeebbt, da es in der nur rd. 28 qkm großen SVR kaum noch genügend Fläche für weitere Großprojekte gibt.

Das Jahr 2007 dürfte aber für einen neuen Schub sorgen. Auf dem kürzlich aufgeschütteten Cotai-Strip wollen Hotel- und Spielbankgesellschaften aus den USA insgesamt 20 Megaresorts bauen. Das Projekt läuft unter Federführung der Venetian Sands Corp. Der Konzern wird nach Angaben eines Sprechers für zahlreiche internationale Ketten wie Shangri-la, Four Seasons oder Conrad Fünf-Sterne Häuser bauen. Sämtliche Hotels verfügen über Spielkasinos, Restaurants, Theater und Konferenzräume. Bereits 2007 wird Venetian sein eigenes Resort, einen rund 3000 Zimmer umfassenden Komplex, eröffnen.

Die gesamten Investitionskosten für das Cotai Strip Projekt belaufen sich auf über 10 Mrd. US$. Dabei handelt es sich nur um die unter der Federführung des Venetian durchgeführten Bauvorhaben, die etwa die Hälfte des neu aufgeschütteten Landes belegen. Daneben gibt es noch Fläche für weitere Großprojekte.

Die Zimmerkapazität der ehemaligen portugiesischen Kolonie soll sich von rund 10 000 (2005) bis zum Ende des Jahrzehnts mindestens vervierfachen. Ob das Konzept erfolgreich ist, bezweifeln Landeskenner jedoch. Im Jahr 2005 statteten rund 19 Mio. ausländische Touristen der SVR einen Besuch ab. Bei über der Hälfte von ihnen handelt es sich um Chinesen vom benachbarten Festland, die fast ausschließlich zum Spielen kommen. Nur eine kleine Minderheit mietet sich ein Zimmer. Die wenigen Übernachtungsgäste bleiben im Durchschnitt kaum mehr als eine Nacht.

Das Baugewerbe Macaus freut sich über volle Auftragsbücher und kommt der Nachfrage kaum hinterher. Es hat große Probleme, Personal zu rekrutieren und muss Bauarbeiter, Techniker und Ingenieure aus Hongkong importieren, die in ihrer Heimatstadt kaum Arbeit finden. Die Baukosten (ohne Grundstückspreise) steigen jährlich nach Angaben von Immobiliengesellschaften um 30%.

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