Lieferkette von Bekleidungsunternehmen wird globaler
Von China aus direkt in deutsche Boutiquen

Die Lieferkette von Bekleidungsunternehmen wird globaler, schneller, unübersichtlicher. Mit einem speziellen IT-System sorgt die Setlog GmbH aus Witten dafür, Prozesse zu beschleunigen und Kosten zu senken.

Alles Übel, vor dem die Firma Setlog ihre Kunden zu bewahren trachtet, brach in diesem Sommer über diese herein. Nicht aus Versehen, nicht hin und wieder, sondern systematisch und massenhaft. Normalerweise Container randvoll mit Textilien aus Nähereien in Asien just in time und Kosten sparend nach Deutschland zu lotsen und die Kleidungsstücke bis in die Läden der Fußgängerzonen verteilen zu können – mit diesem Logistikservice unterstützt das Wittener Unternehmen Konfektionäre wie Betty Barclay, Steilmann und Nienhaus & Lotz. Doch in diesem Sommer: Debakel. In den Hochseehäfen kamen die Container zwar an, doch dann endete die Lieferkette auf einem großen Stapel.

Erst flogen nur Textilien der EU-Kategorie 5 – Pullover und Strickwaren – auf diese Halde. Dann durften auch Hosen die europäischen Hafengelände nicht ins Landesinnere verlassen, danach Blusen und Büstenhalter. Der Textilberg wuchs auf schließlich 88 Millionen Teile – alles Ware, die nicht in die Läden gelangte.

„Uns hat kein Kunde einen Vorwurf gemacht“, sagt Ralf Düster, Geschäftsführer von Setlog. Zwar hatte die Frühwarnfunktion seiner internetbasierten Software eTanTS-Observer, die bei Textillieferanten, -spediteuren und -händlern rund um die Welt installiert ist, längst reagiert. Die 20 Bekleidungsunternehmen, bei denen die Setlog-Software läuft, wussten in diesem Fall aber ohnehin, dass keine Ware kommen würde.

Schuld am Bruch in der Lieferkette waren nicht die Logistik- Experten, sondern industriepolitische Ränkespiele auf EU-Ebene. Weil in den ersten Monaten des Jahres so viele Textilien aus China nach Europa strömten, wie die EU den heimischen Produzenten fürs ganze Jahr zumuten zu können glaubte, schritten die Behörden ein.

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In Deutschland sorgte das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) dafür, dass die Klamotten in Zollläger kamen statt auf die Kleiderständer. Bestehende Verträge, bezahlte Rechnungen – das spielte angesichts der „Quotenerschöpfung“ keine Rolle.Unddas, obwohl gemäß des Abkommens innerhalb der Welthandelsorganisation (WTO) seit dem 1. Januar 2005 Ware aus China eigentlich ohne Handelsbeschränkung eingeführt werden durfte. Nach einem neuen Deal zwischen der EU und Peking sind die Waren nun seit Mitte vergangener Woche frei und auf dem Weg in die Geschäfte.

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