Liquidität
Die größten Cash-Cows in Deutschland

Opel und viele andere Unternehmen klagen in der Krise über einen Mangel an Kapital. Doch es gibt auch Gegenbeispiele: Bei einigen Mittelständlern übersteigt die Liquidität den Börsenwert. Das schafft Freiraum in der Krise, erhöht aber die Übernahmegefahr.

DÜSSELDORF. Seit Herbst 2008 steckt die Weltwirtschaft in der Rezession, die Umsätze brechen ein, und die Einnahmen aus dem operativen Geschäft sinken rapide. Besonders bei den Unternehmen, die sich in den vergangenen Jahren etwa durch teure Übernahmen hoch verschuldet haben oder die jetzt tiefrote Zahlen schreiben, sind die finanziellen Reserven nahezu aufgebraucht. Konzerne wie Heidelberger Druckmaschinen und Opel können nur noch durch massive Hilfe des Staates vor der Insolvenz gerettet werden.

Aber es gibt auch Gegenbeispiele. Unter den börsennotierten Mittelständlern aus S-Dax und Tec-Dax gibt es ein Dutzend Unternehmen, die rechtzeitig vorgesorgt haben und deshalb auch eine längere Durststrecke schadlos überstehen könnten. Denn wann die Wirtschaft wieder anspringt, weiß derzeit niemand. Einige Optimisten rechnen mit einer Trendwende bereits am Ende dieses Jahres. Die Pessimisten dagegen sehen erste Lichtblicke für die Konjunktur nicht vor 2012.

"In der Krise sind diejenigen Unternehmen im Vorteil, die über eine starke Eigenkapitalquote sowie hohe Liquiditätsreserven verfügen und die außerdem in ihren Geschäftsfeldern gut positioniert sind", sagt Christoph Schnabel, Vorstand von GBC Investment Research in Augsburg. Zu dieser Kategorie zählt zweifellos Jungheinrich. Zwar hat das Hamburger Unternehmen im ersten Quartal 2009 unter dem Strich rote Zahlen geschrieben, gleichwohl erwirtschaftete der Gabelstapler-Hersteller einen positiven operativen Cash-Flow von 28,4 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr prognostizieren Analysten einen Brutto-Cash-Flow (Ebitda) von 139,4 Mio. Euro. Jungheinrich hielt sich mit Zukäufen in der jüngsten Vergangenheit zurück. Abzulesen ist dies auch an einer Nettofinanzverschuldung von nur 0,6 Mio. Euro. Bei Linde stehen dagegen Nettofinanzverbindlichkeiten von 6,5 Mrd. Euro in der Bilanz.

Auch der Stuttgarter Maschinen- und Anlagenbauer Dürr, der rund 85 Prozent der Umsatzerlöse in der Automobilindustrie erzielt, musste in den ersten drei Monaten 2009 einen Umsatzeinbruch um 13,1 Prozent auf 309,5 Mio. Euro verkraften. Auch für das Gesamtjahr zeichnet sich ein rückläufiges Geschäftsvolumen ab. Doch der hohe Auftragsbestand von 817,8 Mio. Euro sichert dem Unternehmen in den nächsten Monaten eine ordentliche Auslastung. Mit Nettofinanzschulden von 76,7 Mio. Euro und einem Verschuldungsgrad, also den Nettofinanzschulden im Verhältnis zum Eigenkapital, von nur 22,2 Prozent ist das Unternehmen gut positioniert, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Die Analysten von GBC Investment Research jedenfalls attestieren dem S-Dax-Konzern langfristiges Wachstumspotenzial insbesondere in den Schwellenländern und im Flugzeuggeschäft.

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