Liquiditätsmanagement
Unternehmen bündeln Geld

So schön Wachstum für ein Unternehmen ist, mitunter wird es unübersichtlich. Im Liquiditätsmanagement des Lübecker Medizintechnikspezialisten Drägerwerk passierte genau das. Daher begann das Unternehmen vor zweieinhalb Jahren, sein Umlaufvermögen besser zu managen - das so genannte Cash-Pooling soll die liquiden Mittel im Konzern stärker konzentrieren.

FRANKFURT. Rund 100 Tochtergesellschaften hat das Unternehmen. "Bei den Töchtern hatten wir weltweit zum Teil erhebliche liquide Mittel, die wir nicht genutzt haben", sagt Andreas Hühne aus dem Treasury-Management des Konzerns. "Diese Gelder möchten wir lieber verwenden, um die Schuldenlast hier zu reduzieren." Denn für das herumliegende Geld im Ausland gab es gar keine Zinsen oder sie lagen weit unter dem, was die Mutter in Deutschland für Kredite zahlte.

Und so begann das börsennotierte Unternehmen aus Norddeutschland vor zweieinhalb Jahren, die liquiden Mittel im Konzern stärker zu konzentrieren. Cash-Pooling heißt dies und ist eine Möglichkeit für Unternehmen, ihr Umlaufvermögen besser zu managen.

Zunächst ging es nur darum, dass die lokalen Banken an das Treasury der Drägerwerk AG elektronisch angebunden wurden, so dass ein täglicher Überblick über die Liquiditätssituation gegeben war. Die lokalen Töchter dann aber jeweils zu Überweisungen zu veranlassen, sei aufwendig und mit vielen Diskussionen verbunden gewesen, erinnert sich Hühne.

Deshalb ging Dräger einen Schritt weiter. In einem Pilotprojekt band das Unternehmen die Tochter in Frankreich elektronisch voll an das Cash-Management der Mutter an. Die Gelder der Frankreichtochter laufen, wenn nicht in Frankreich benötigt, von einem Konto bei einer französischen Bank automatisch auf das Hauptkonto der Mutter - das sogenannte Masterkonto.

Für die Tochtergesellschaften ist das nicht immer ein einfacher Schritt, denn die Mutter greift damit in bisherige Hoheitsgebiete ein. "Bei dem einen oder anderen war es schon ein Gewöhnungsprozess", sagt Hühne. Der Widerstand aber fiel geringer aus als erwartet, und das Experiment funktionierte.

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