Liquiditätsplanung
Die Suche nach dem Notgroschen

Tasche leer heißt Tasche leer, möchte man meinen. Doch mit einer klugen Liquiditätsplanung können vor allem mittelständische Unternehmen auch in schwierigen finanziellen Situationen noch die letzten Reserven ausfindig machen und im täglichen Geschäft ihren finanziellen Spielraum vergrößern.

DÜSSELDORF. Eigentlich war die Situation des mittelständischen Unternehmers in Niedersachsen alles andere als rosig. Das Korsett der Bankfinanzierung saß arg knapp, die Kasse meist leer und die Kreditlinien in der Regel bis aufs letzte ausgereizt. Doch mit einer tagesgenauen Liquiditätsplanung war der Fleischfabrikant in der Lage, immer wieder Zeiträume zu identifizieren, die ihm finanzielle Freiräume boten.

Diese nutzte er geschickt für die Finanzierung einzelner lukrativer Projekte. Mit Hilfe der dort erzielten Gewinne konnte er sukzessive seinen finanziellen Spielraum vergrößern. Beeindruckt vom Erfolg war seine Bank später sogar bereit, basierend auf der aussagekräftigen Liquiditätsplanung, für größere Projekte gesonderte Finanzierungslinien einzuräumen.

Planung und Steuerung der liquiden Mittel stellen heute eine der zentralen Aufgaben des kaufmännischen Bereichs von Unternehmen dar. Insbesondere die deutlich rigidere Kreditvergabepolitik der Banken in den vergangenen Jahren und damit verbunden die eingeschränkte Möglichkeit der Überziehung von Kreditlinien als auch die gestiegenen Anforderungen an das Controlling aus Basel II, fordern eine moderne Planung der Zahlungsströme in Unternehmen.

So musste der kaufmännische Leiter eines westfälischen Handelsunternehmens zur Steuerung der Liquidität jeden Tag dem alt gedienten geschäftsführenden Gesellschafter die „Differenz“ melden. Die „Differenz“ war der Unterschied aus Zahlungseingang und Zahlungsausgang vom Vortag. War der Zahlungseingang größer als der Zahlungsausgang, durfte der Einkauf disponieren – war er kleiner, mussten die Bestellungen verschoben werden.

Inzwischen ist eine derart rudimentäre Liquiditätssteuerung schwer vorstellbar. Bereits die Aussagen, die eine Liquiditätsplanung liefern muss, gehen deutlich über die besagte „Differenz“ hinaus. Zudem ist die aus der „Differenz“ abgeleitete Aussage aus Sicht moderner Steuerungsinstrumente falsch. Die aus den aktuellen Zahlungsströmen resultierende Veränderung der Finanzmittel erlaubt keine Aussage über die bei Fälligkeit der heute ausgelösten Einkäufe zur Verfügung stehenden Finanzmittel.

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