Lohnkostenvorteile
Türkischer Markt für deutsche Firmen attraktiv

Deutschland ist erster Handelspartner der Türkei. Zahlreiche deutsche Firmen haben in dem Land erfolgreich investiert. Seit den 90er Jahren kommen zunehmend auch mittelständische Firmen. Das Engagement hat seinen Grund.

ISTANBUL. Deutschland spielt unter den ausländischen Investoren in der Türkei insofern eine führende Rolle, als deutsche Unternehmen die älteste ununterbrochene Präsenz im Lande haben und hinsichtlich der Anzahl der Projekte an erster Stelle stehen. Viele deutsche Großunternehmen sind seit mehreren Jahrzehnten mit eigenen Tochtergesellschaften in der Türkei vertreten. Bei manchen, wie Siemens, reicht die Präsenz bis in das vorletzte Jahrhundert zurück. Die deutschen Großfirmen, die relativ frühzeitig am Bosporus Flagge zeigten, trugen in den darauf folgenden Jahren zur Ausdehnung der deutschen Präsenz bei, indem sie ihre angestammten Zulieferer aufforderten, nachzuziehen.

Die Gesamtzahl der deutschen Firmen mit deutschem Kapital in der Türkei erreichte Mitte 2006 nach Angaben der Generaldirektion für Auslandskapital in Ankara mehr als 2.300. Nach Angaben der Deutsch-Türkischen Industrie- und Handelskammer (DTIHK) in Istanbul steigt die Zahl deutscher Firmenniederlassungen mit rasanter Geschwindigkeit. Die günstige Wirtschaftsentwicklung mit durchschnittlichen realen Zuwachsraten des Bruttosozialproduktes (BSP) von 7% und die damit verbundenen vermehrten Geschäfts- und Absatzchancen locken immer mehr deutsche Firmen an den Bosporus, die in der Türkei einen besonders zukunftsträchtigen Markt sehen. Dabei sind die Betätigungsfelder vielseitig. Sie reichen von der reinen Fertigung von Industrieerzeugnissen, wie Haushaltsgeräte von BSH Bosch und Siemens bis hin zur Errichtung von Warenhäusern durch den Metro-Konzern.

Auch die Aufnahme der Beitrittsverhandlungen mit der EU im Oktober 2005 haben zur erfreulichen positiven Entwicklung beigetragen. Mit der zunehmenden Integration der türkischen Wirtschaft in die EU verbessern sich auch die langfristigen Kooperationsperspektiven für europäische Unternehmen in der Türkei. Die fortschreitende Harmonisierung der politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen mit den EU-Richtlinien erhöhen in der Geschäftswelt das Vertrauen in die Stabilität der türkischen Wirtschaft und haben positive Auswirkungen auf Investitionsentscheidungen.

Eine Kombination von mehreren Faktoren macht die Türkei zu einem interessanten Standort für ein wirtschaftliches Engagement. Allein die Größe des lokalen Marktes mit rund 73 Mill. Einwohnern ist bei wachsender Bevölkerung und Kaufkraft ein wichtiges Argument, das für den Standort spricht. Etwa 50% der Türken sind jünger als 25 Jahre. Mittlerweile ist der Anteil der Städter an der Gesamtbevölkerung auf etwa zwei Drittel gestiegen. Diese "jungen Urbanen" sind nach den Worten des DTIHK-Geschäftsführers, Marc Landau, mitverantwortlich für die rapide Entwicklung der Konsumfreude, die auch den Rest der Bevölkerung erfasst. Mit steigender Kaufkraft wächst die Attraktivität des Marktes.

Die Lohnkostenvorteile in der Türkei gegenüber Deutschland sind beträchtlich, wenn auch im Verhältnis zu einigen Standorten Osteuropas, wie Bulgarien, Rumänien und die Tschechische Republik, dieser Vorteil in den letzten Jahren an Bedeutung verloren hat, da in diesen Ländern teilweise geringere Lohnkosten entstehen als in der Türkei. Allerdings ist aus Unternehmerkreisen zu erfahren, dass in vielen osteuropäischen Ländern die Produktivität niedriger ausfällt als in der Türkei.

Seite 1:

Türkischer Markt für deutsche Firmen attraktiv

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%