Lukrativer Randbereich
Spezial-Verpacker profitieren vom Nischengeschäft

Radioaktive Materialien, Viren und Organe sollen sicher ans Ziel kommen. Um dies zu erreichen, ist eine spezielle Verpackung notwendig. In Deutschland haben sich einige wenige Unternehmen auf die Herstellung von Gefahrgut-Umhüllungen spezialisiert. Ihre Kunden kommen aus der Chemie- und Gesundheitsbranche.

BREMEN. Aus neun Metern Höhe schlägt die kleine Schachtel auf den Boden auf. Dann wird heftig auf sie eingestochen, anschließend traktiert man sie mit Sprühwasser, setzt sie einem Druck von 95 Kilopascal aus und stapelt meterweise Gewichte auf ihr. Der Grund für die Tortur: Erst wenn sie all das übersteht, ohne Schaden zu nehmen, wird das Modell für den Transport infektiöser Substanzen freigegeben.

Bestanden hat diesen nach sicherheitstechnischen UN-Vorgaben genormten Test das Bio-Pack des Göttinger Verpackungsanbieters Air Sea. Ob hochgefährliche Ebola-Viren oder radioaktive Substanzen für die medizinische Forschung: Mit dem Bio-Pack wird die Außenwelt vor solchen Gefahrgütern geschützt. Hergestellt wird die Kombination aus Probengefäß, zweiter Kunststoffhülle und dicker Papp-Haut in Großbritannien. Hierzulande kümmern sich 15 Air-Sea-Vertriebler um den Verkauf. „Die Nachfrage schwankt in dem Maße, wie Gefahrgüter in der öffentlichen Diskussion stehen“, berichtet Geschäftsführer Uwe Oppermann. Bei Unfallmeldungen oder dem Ausbruch eines neuen Krieges seien die Bio-Pack-Bestellungen stets gestiegen.

Der Markt für Gefahrgut-Umhüllungen ist ein kleiner, hochspezialisierter Randbereich der deutschen Verpackungsbranche. Viele Anbieter scharen sich um die Standorte der großen Chemieunternehmen im Südwesten Deutschlands. Auch die Automobilindustrie gehört zu den Großkunden der Verpackungshersteller. Während Behälter für infektiöse Substanzen aus der Biomedizin bislang kaum in Deutschland hergestellt werden, mischen deutsche Mittelständler bei der Container- und Fässerproduktion auf dem Weltmarkt kräftig mit: Bei Kisten und Tonnen für alles, was giftig oder entzündbar ist, hält zum Beispiel die Schütz GmbH in Selters die Weltmarktführerschaft. Führend sind außerdem die Siepe GmbH in Kerpen, die chemisch-technische Verpackungen produziert, sowie der Spezialist für Weißblech Huber Verpackungen GmbH in Öhringen.

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