Luxus in Osteuropa
Glitzer, Status und Prestige

Länder mit dynamischem Wirtschaftswachstum sind attraktive Märkte für Luxusgüter. So prägen auch in Polen Edelboutiquen immer stärker das Bild der Innenstädte, und deutsche Oberklasselimousinen sind gefragt.
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gtai WARSCHAU. Polens Prosperität beschert dem Luxussegment beste Umsätze. Einer Erhebung des Beratungsunternehmens KPMG zufolge könnten die Aufwendungen für diese hochpreisigen Güter bis 2013 um 50 Prozent zulegen - deutlich stärker als in anderen Konsumgüterbereichen. An den Gesamtausgaben der Bevölkerung für exklusive Marken machen Bekleidung und Schuhe einen Anteil von 30 Prozent aus. So bereichern mehr und mehr Edelgeschäfte die angesagten Shoppingmeilen in Polen, allen voran die von Warschau. Dazu zählen teure Boutiquen wie neuerdings Carolina Herrera. Weitere namhafte Vertreter des kleinen, aber feinen Segments, wie Chanel, Prada oder Louis Vuitton, stehen in den Startlöchern.

Für Präsentationsmöglichkeiten mit exklusivem Ambiente ist gesorgt: Demnächst werden allein 25 Labels im Luxuskaufhaus Wolf Bracka unter einem Dach zu finden sein. Hinter dem Projekt steht die Likus-Familie aus Krakau, die in Polen den Luxus mit einer Reihe von Boutique-Hotels und mehreren Restaurants der Haute Cuisine bereits erfolgreich zelebriert. Der neue Konsumtempel der Extraklasse mit einer Verkaufsfläche von 19 000 Quadratmetern soll 2011 im Zentrum Warschaus, in der Brackastraße 9, seine Türen für die zahlungskräftige Kundschaft öffnen.

Landesweit zählen circa 500 000 der rund 38 Millionen Einwohner zu den Gutbetuchten - mit steigender Tendenz. Allein die Zahl der Dollarmillionäre stieg nach Angaben des Marktforschers MDRC zwischen 2007 und 2009 um elf Prozent auf über 86 000. Die Ausgaben für Luxusartikel im Land zwischen Oder und Bug beziffert KPMG auf jährlich nahezu sieben Milliarden Euro. Am kon-sumfreudigsten erweist sich die Altersgruppe der Dreißigjährigen. Neben den Hauptumsatzbringern Bekleidung und Schuhe verkaufen sich in Polen exklusive Limousinen und Sportwagen gut. So ging Aston Martin im Frühjahr 2010 mit einem eigenen Salon an den Start. Bentley und Ferrari wollen folgen. Auch Luxuskarossen aus deutschen Landen erfreuen sich großer Beliebtheit.

Zudem befinden sich noble Uhren und kostbarer Schmuck auf dem Vormarsch. Als einer der Trendsetter erweist sich dabei die Uhren- und Juwelierkette Apart, die nach und nach Polens Großstädte mit hochpreisigen Läden überzieht und dort zum Beispiel auch hochwertige Zeitmesser aus Glashütte offeriert. "Einkäufe im Wert von 5 000 oder sogar 10 000 Euro kommen inzwischen sehr viel häufiger vor als noch vor fünf Jahren", freut sich Apart-Chef Piotr Raczynski. Der Spezialist für Juwelierwaren W. Kruk betreibt seit 2009 Polens ersten Rolex-Salon und will künftig Kundinnen mit dem Sortiment von Tiffany & Co. beglücken.

osteuropa@gtai.de

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