Luxusgüter gefragt
Wenn die Chinesen in Hongkong shoppen gehen

Hongkong ist ein riesiger Absatzmarkt für Luxuswaren. Das liegt vor allem daran, dass die Chinesen aus der Volksrepublik zu Millionen zum Shoppen in die chinesische Sonderverwaltungszone kommen. Und die verhalten sich anders als die europäische oder nordamerikanische Luxustouristen.

bfai HONGKONG. Konsumgüterimporte, die nicht aus der VR China stammen, erfreuen sich sowohl bei den einheimischen Verbrauchern als auch bei den zahlreichen Touristen vom benachbarten Festland großer Beliebtheit. Der Geschmack ändert sich jedoch. Gefragt sind vor allem Unterhaltungselektronik oder Schmuck. Derweil sinken die Einfuhren von klassischen Konsumwaren wie Möbel oder Schul- und Bürobedarfsartikeln.

Hongkong ist nicht nur die Finanz- und Handelsdrehscheibe Asiens, sondern zugleich auch ein riesiger Absatzmarkt für langlebige Konsumgüter und Luxusprodukte. Insgesamt erreicht man mehr als 20 Mill. Verbraucher. Zu den rund 7 Mill. Einwohnern gesellten sich 2006 über 13 Mill. Touristen vom chinesischen Festland. Viele kommen fast ausschließlich zum Shoppen.

Beide Kundengruppen sind nicht nur besonders kaufkräftig, sonder auch äußerst konsumfreudig. In Hongkong lag das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf 2006 bei 27 000 US-Dollar und damit innerhalb Asiens hinter Japan auf Rang zwei. Der Bevölkerung sitzt das Geld locker in der Tasche. Der Inlandskonsum nahm von 2005 auf 2006 angesichts eines kräftigen Wirtschaftswachstums von jeweils rund sieben Prozent und einer rasch sinkenden Arbeitslosenquote kräftig zu. Für 2005 registrierte das nationale Statistikamt ein Plus von über drei Prozent, für 2006 von mehr als sechs Prozent.

Das Konsumverhalten der chinesischen Touristen unterscheidet sich grundlegend von jener europäischer und nordamerikanischer Besucher. Diese wollen es sich in Hongkong gut gehen lassen, übernachten in exklusiven Hotels und besuchen teure Restaurants. Chinesen wohnen hingegen laut einer monatlich stattfindenden Erhebung des Hong Kong Tourism Board (HKTB) vorzugsweise in einfachen Gästehäusern und besuchen billige Suppenküchen.

Stattdessen gehen sie auf ausgiebige Shoppingtouren. In Hongkong liegen die Preise für Importwaren - unter anderen aufgrund der fehlenden Mehrwertsteuer und der günstigeren Transportkosten - zwischen 20 und 30 Prozent unterhalb des chinesischen Niveaus. In manchen Produktsparten sind die Differenzen sogar noch größer, wenn in China ein Zoll erhoben wird.

Wie beispielsweise ein deutscher Hersteller auf der internationalen Schmuckmesse im Frühjahr 2007 berichtete, ist das Geschäft in China schlecht, in Hongkong aber hervorragend. Die meisten der von Chinesen gekauften Schmuckstücke gehen in der SVR über den Ladentisch und werden anschließend ums Handgelenk gebunden oder um den Hals gehenkt über die Grenze gebracht. Eine solche Vorhergehensweise sei zwar illegal, aber im Prinzip ungefährlich.

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