Luxusparfums
Dekadent duften

Gentlemen lieben Dinge, die die Welt nicht braucht. Das glaubt zumindest ein Düsseldorfer Unternehmer. Und hat das Prinzip Dekadenz zum Anlass für eine erfolgreiche Geschäftsidee genommen: Luxusparfums.

DÜSSELDORF. Immer, bevor Peter Maeschig den Raum betritt, riecht man ihn bereits kommen. Die selbstkreierte Duftwolke, in die er sich hüllt, basiert auf Patchuli, einem krautigen Tropengewächs, ist würzig, schwer und einen Tick zu aufdringlich. „Mein Kampf gegen den Strom der Sozialromantik“ nennt Maeschig diese Attacke auf den Geruchssinn seiner Umwelt.

Der Düsseldorfer Unternehmer führt sein Gefecht erfolgreich in Zeiten, in denen statt Verschwendungslust eher Sparfrust um sich greift. Denn mit seinem sündhaft teuren Odeur ist es ihm gelungen, einen Nischenmarkt zu erobern.

„Nicht alle Menschen wollen gleich und billig leben. Da gibt es immer noch die Begeisterung für Dinge, die schön und individuell sind“, erklärt der 61-jährige Chef der Markenagentur Design for Business sein Erfolgsrezept. 2005 gründete er daher als zweites Standbein MM Fragrance, ein Unternehmen für kostspielige „High End Parfums“. Mit seinem ersten Luxusduft „Von Sierstorpff“ hatte er der Konjunkturkrise zum Trotz den richtigen Riecher. „Gentlemen beschäftigen sich mit teuren Dingen, die die Welt nicht braucht“, begründet er sein Produktkonzept – und findet damit unter den Herren von Welt schon jetzt erstaunlichen Absatz. In fünf Jahren soll MM Fragrance eine Adresse sein, die man kennt.

Als Namensgeber für sein erstes Parfum wählte Maeschig den Grafen Casper Heinrich von Sierstorpff, Gentleman vom alten Schlag. Die Idee kam durch einen Zufall zustande. Irgendwann beim Aufräumen entdeckte das Ehepaar von Oeynhausen-Sierstorpff in ihrem umfangreichen Privatarchiv ein Papier von Vorfahre Casper: "Für meinen Sohn Ernst", stand darauf. Und das Rezept für ein Parfüm. Urenkel Marcus von Sierstorpff stutzte und legte den Fund zunächst beiseite. Bis Peter Maeschig kam. Kurz nach der Entdeckung des sogenannten "Eau admirabilis" traf Graf Marcus den Düsseldorfer Designchef und erzählte von seiner Entdeckung. Maeschig war sofort begeistert von dem Rezept mit seinen altmodischen Zutaten wie portugiesischem Öl, Moos sowie Patchuli und verwertete es als Grundlage für seinen ersten Duft.

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