Machtkampf in Augsburg
Roboterhersteller Kuka brüskiert Großaktionär

Ganze zwei Jahre ist es her, dass der US-Aktionär Guy Wyser-Pratte bei dem Augsburger Mittelständler Kuka kaum einen Stein auf dem anderen ließ. Unter seinem Druck wurde die Verpackungsparte verkauft, und das Unternehmen konzentrierte sich auf die Automobilindustrie. Jetzt ist der Aktienkurs auf ein Zehnjahresstief gefallen und ausgerechnet ein Kunde hat sich ein Paket von mehr als 20 Prozent gesichert. Das Aktionärstreffen in vier Wochen läuft auf einen harten Machtkampf zu.

AUGSBURG. Der Roboterhersteller Kuka will seinem neuen Großaktionär Grenzebach den Weg in den Aufsichtsrat versperren. Auf der Einladung des Augsburger Unternehmens zur Hauptversammlung am 29. April ist das Thema Neubesetzung des Aufsichtsrats gar nicht aufgeführt. Die bisher als freundschaftlich geltende Beziehung zwischen Kuka und dem schwäbischen Mittelständler Grenzebach schlägt damit um in eine offene Konfrontation.

"Überrascht haben wir zur Kenntnis genommen, dass eine Umbildung des Aufsichtsrates nicht Tagesordnungspunkt der Kuka-Hauptversammlung am 29. April ist", sagt eine Grenzebach-Sprecherin auf Anfrage des Handelsblattes. "Als größter Aktionär der Kuka AG sähen wir uns bei unseren derzeitigen Beteiligungsverhältnissen mit zwei Sitzen angemessen repräsentiert und haben das in den letzten Wochen in verschiedenen Gesprächen mit dem Aufsichtsrat und Vorstand der Gesellschaft auch so kommuniziert."

Kuka kontert kühl. "Die Kuka-Aufsichtsräte sind für fünf Jahre gewählt. Die letzte Wahl fand 2008 statt", sagt ein Sprecher. Man unterstütze zwar grundsätzlich, dass größere Aktionäre im Aufsichtsrat vertreten sein sollten. In den Gesprächen zwischen Grenzebach und dem Aufsichtsrat der Kuka sei das Thema erörtert worden, jedoch nicht abschließend geklärt. Prinzipiell sei aber eine einvernehmliche Lösung jederzeit möglich.

Wie einvernehmlich die Gespräche zwischen Großaktionär und Unternehmen jetzt noch laufen können, ist jedoch fraglich. Der einzige Weg, der Grenzebach nun in den Aufsichtsrat bleibt, ist ein Gegenantrag zur Tagesordnung. Für diesen hat Grenzebach laut Aktiengesetz zehn Tage nach Veröffentlichung der Einladung zur Hauptversammlung Zeit.

Völlig ungeklärt ist, warum Kuka seinen größten Aktionär so vor den Kopf stößt. Das Unternehmen selbst war im Dezember auf Grenzebach mit dem Vorschlag zugegangen, ob der langjährige Kunde nicht als Gesellschafter bei Kuka einsteigen wolle - als so genannter Ankeraktionär. Grenzebach stimmte zu und kaufte erst fünf, dann zehn Prozent der Anteile. Ob das Unternehmen die angestrebte Sperrminorität von 25,1 Prozent bereits erreicht hat, ist unklar - am Freitag jedoch gab der Investmentbanker von Grenzebach, Till Reuter bekannt, seine Firma Rinvest halte nun auch mehr als zehn Prozent an Kuka.

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