„Made in Germany“ dominiert
Deutsche Textilmaschinenbauer in China gut im Geschäft

An China führt für den deutschen Textilmaschinenbau kein Weg vorbei. Japan und Deutschland beherrschen den dortigen Importmarkt. Doch die einheimischen Unternehmer rüsten sich.

BEIJING. Deutsche Textilmaschinenbauer haben laut VDMA 2005 Textilmaschinen im Wert von etwa 3,4 Mrd. Euro exportiert. Nach China gingen davon allein 22%. Mit "nur" 742 Mio. Euro wurden aber die Rekordwerte von jeweils über 1 Mrd. Euro der Jahre 2003 und 2004 deutlich unterschritten. Der VDMA rechnet für 2006 mit einem erneuten Anstieg der deutschen Ausfuhr auf rund 810 Mio. Euro. Der Modernisierungsbedarf bleibt gewaltig, doch die einheimischen Textilmaschinenbauer sind im Kommen.

Nach Angaben der chinesischen Zollstatistik stammten im ersten Halbjahr 2006 knapp 31% der Textilmaschineneinfuhr aus Japan und fast 25% aus Deutschland. Für einzelne Segmente ist die Bedeutung des Landes als Abnehmermarkt jedoch sehr unterschiedlich. Nach Angaben des Fachverbands Textilmaschinen im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) wurden 2005 beispielsweise weniger als 10% der ausgeführten Veredelungsmaschinen in die Volksrepublik und die Sonderverwaltungsregion Hongkong (SVR) geliefert. Trotz starker internationaler wie lokaler Konkurrenz geht Thomas Waldmann, Geschäftsführer des Fachverbandes Textilmaschinen, künftig von einer stärkeren Nachfrage in diesem Segment aus.

Für Hersteller von Maschen bildenden Maschinen waren China und Hongkong 2005 mit einem Anteil von 42% "der" Absatzmarkt schlechthin. Daran dürfte sich so schnell nichts ändern, auch wenn der Anteil im ersten Halbjahr 2006 auf 38% sank. Die chinesische Zollstatistik weist eine Steigerung der aus Deutschland importierten Wirk- und Strickmaschinen mit Teilen und Zubehör im ersten Halbjahr 2006 um 32% auf.

Fast 60% ihres Umsatzes macht beispielsweise die Firma Karl Mayer, Weltmarktführer im Segment Wirkmaschinen zur Herstellung unter anderem von Spitzen und Sportbekleidung, in der Volksrepublik. Ihre Maschinen dominieren den lokalen Markt: Das einfache Segment wird durch die Produktion in der Provinz Jiangsu abgedeckt, komplexere Maschinen werden aus Deutschland geliefert. Angesichts der erwarteten weiteren Entwicklung, denkt das Unternehmen darüber nach, die lokale Produktion auszuweiten, ohne jedoch "allein auf die chinesische Karte zu setzen".

Noch wird der wertmäßige Marktanteil einheimischer Maschinenhersteller im Bereich Wirkmaschinen auf lediglich 20% geschätzt. Das Niveau der Kopierer, vor denen keine Maschine und kein Ersatzteil sicher ist, verbessert sich allerdings rasant. Wen es trifft, dem können schwere Umsatzeinbußen von bis zu 50 oder gar 60% drohen. Das lehrt die bittere Erfahrung einiger deutscher Hersteller. In einer reifen Branche wie dem Textilmaschinenbau wird Innovation kaum durch umfassende Patente geschützt, sondern in aller Regel durch Erfahrung und Fertigungs-Know-how.

Selbst mit angemeldeten Patenten ist die Schlacht in aller Regel nicht zu gewinnen. Eine umfassende Strategie zum Schutz des eigenen Know-hows muss frühzeitig ausgearbeitet und verfolgt werden. Diese kann und muss unterschiedliche Maßnahmen beinhalten: Patentanmeldung, Schutz des Kern-Know-hows durch Geheimhaltung, gegebenenfalls Vermeidung lokaler Fertigung, Besetzung des Billigsegments durch eigene Herstellung, um den Markt für Kopierer unattraktiver zu machen, sowie laufende eigene Innovationen.

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