Managementfehler: Firmenchefs sichern sich gegen Fehltritte ab

Managementfehler
Firmenchefs sichern sich gegen Fehltritte ab

Wer haftet, wenn Firmenvertreter Schaden anrichten, Geld veruntreuen oder ihnen einfach Fehler unterlaufen? Die großen Mittelständler führen einen Trend an: Unter den Firmen mit mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz hat bereits jede zweite eine Managerhaftpflichtversicherung abgeschlossen. Zurückhaltender sind da die kleineren Mittelständler.

HAMBURG. Gerade hat Versicherungsexperte Georg Klinkhammer einen Maschinenbauer aus Nordrhein-Westfalen beraten. Der Unternehmer führte seinen Betrieb lange in Eigenregie - Entscheidungen seiner Mitarbeiter kontrollierte er selbst. Doch die Globalisierung hat ihn dazu gezwungen, Verantwortung abzugeben. Die Vertriebsgesellschaften in den USA, in Italien und der Türkei haben eigene Geschäftsführer.

Wer aber haftet, wenn seine Stellvertreter Schaden anrichten, Geld veruntreuen oder ihnen einfach Fehler unterlaufen? Weil die Zahl der Firmeninhaber wächst, die sich solchen Szenarien stellen müssen, sind die Anfragen zur Managerhaftpflichtversicherung bei Klinkhammer spürbar angestiegen. Klinkhammer ist Haftpflichtexperte beim Deutschen Versicherungs-Schutzverband (DVS), der Mitglieder aus allen Branchen berät. Das Interesse an der Directors&Officers-Versicherung (D&O) sei im Vergleich zu Anfragen für andere Policen derzeit besonders hoch.

Die großen Mittelständler führen den Trend an: Unter den Firmen mit mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz hat bereits jede zweite eine Managerhaftpflichtversicherung abgeschlossen, sagt der Düsseldorfer Versicherungsmakler Michael Hendricks. Sicher hat dazu auch die öffentliche Diskussion über Korruptionsskandale wie bei Siemens beigetragen. "Dass etliche Manager wegen der Schwarzen Kassen vor Gericht standen, hat vielen die Augen geöffnet", sagt Hendricks. Ebenso die hohen Strafen, zu denen das Unternehmen verdonnert wurde.

Zurückhaltender bei der Absicherung sind allerdings die kleineren Mittelständler. "In diesem Segment haben vier von fünf Unternehmen, für die derartige Vereinbarungen sinnvoll wären, keine Police", sagt Hendricks. Eine Ursache: Angst vor Schwarzen Kassen, von denen die Unternehmensspitze nichts weiß, hat hier niemand. Meistens treffen die Inhaber selbst alle Entscheidungen. "Auch wenn ein Fremdgeschäftsführer eingestellt wurde, wird er oft sehr eng von den Inhabern kontrolliert", sagt Markus Neuner, der bei der IHK für München und Oberbayern für Rechtsfragen zuständig ist.

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