Manner: In der Heimat beim Marktanteil auf Platz drei

Manner
In der Heimat beim Marktanteil auf Platz drei

Bei Manner dreht sich alles um Schokolade. Das österreichische Familienunternehmen ist in der Alpenrepublik die beste Marke. Nur in Deutschland hat es noch nicht für die große Eroberung gereicht.
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HB. Der Fabrikkomplex im 17. Wiener Stadtbezirk wirkt, als wäre die Zeit stehengeblieben. Die imposante Fassade ist in mehr als 100 Jahren kaum verändert worden, sie steht für die Aufbruchstimmung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, für die späte Gründerzeit. Im Innern wird schnell klar, worum sich in diesem Unternehmen alles dreht: Der feine Schokoladengeruch liegt bei Manner überall in der Luft.

In Österreich sind die Wiener eine echte Bank. Manner kennt in der Alpenrepublik eigentlich jeder. Am bekanntesten ist das Hauptprodukt des Familienunternehmens, die Manner-Schnitte, eine Waffel gefüllt mit einer Haselnuss-Schokoladen-Creme. „Manner ist offensichtlich einzigartig“, sagt Lisa Sugar von der Werbeagentur Young & Rubicam. Beim letzten Markenranking für Österreich hat die Firma den ersten Platz belegt und damit milliardenschwere Konzerne mit gewaltigen Werbeumsätzen hinter sich gelassen. Für den großen Durchbruch in Deutschland hat es trotzdem nie gereicht.

Manner kommt gerade einmal auf einen Jahresumsatz von 155 Mio. Euro. In Österreich liegen die Wiener nach Marktanteil hinter den Süßwaren-Riesen Kraft und Ferrero nur auf Platz drei. Aber immerhin: Es reicht, um in Österreich die beste Marke zu werden. Ein kleines, aber effizient eingesetztes Marketing-Budget stützt die bestens eingeführte Marke. Tradition, Historie, Familienwerte und die lange Präsenz von Manner am Markt ist der große Trumpf, der die Zukunft der Wiener in Konkurrenz zu den Branchenriesen garantieren kann.

Eine Garantie dafür gibt es aber nicht. „Große Konzerne dürfen sich mehr Fehler erlauben“, sagt Albin Hahn, Finanzvorstand des Wiener Süßwarenherstellers. Bei einem kleinen Unternehmen wie Manner sind die Reserven kleiner, falsche Produkt- und Investitionsentscheidungen rächen sich viel schneller.

Die Wiener sehen sich auf dem richtigen Weg. Natürlich haben sie besonders im vergangenen Jahr die Krise zu spüren bekommen. Vor allem im für Manner wichtigen Osteuropa war die Kaufzurückhaltung nach dem Ende der Boomjahre spürbar. Finanzvorstand Hahn hat mit einem Effizienz- und Sparprogramm geantwortet. Im vergangenen Jahr ist der Nettoverschuldungsgrad (Gearing) von 73 auf 25 Prozent gefallen, die Eigenkapitalquote stieg von 35 auf 41 Prozent. „Wir können wieder investieren“, freut sich Hahn. Allen voran bei der Produktion in der in die Jahre gekommenen Wiener Manner-Zentrale soll etwas passieren. Bei den beiden anderen Produktionsstätten des Unternehmens in Nieder- und Oberösterreich ist der Investitionsbedarf geringer, dort besitzt Manner vergleichsweise neue Fabriken mit modernem Zuschnitt. Der Krisenfaktor lässt spürbar nach: Manner rechnet in diesem Jahr wieder mit einem Umsatzwachstum von drei Prozent. 2009 lag das Minus bei fast acht Prozent.

Mit dem eigenen Auftritt in Österreich und Osteuropa mag Manner zufrieden sein. In Deutschland hingegen dürfte es durchaus noch etwas mehr werden. In der Bundesrepublik kommen die Wiener auf etwa 20 Mio. Euro Jahresumsatz, auf dem viel kleineren Heimatmarkt sind es an die 60 Mio. Euro.

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