Mittelstand

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Manufaktur-Betriebe: Eine große Liebe zum Produkt

Viele deutsche Manufakturen erleben eine Renaissance. Ihre Produkte treffen den Nerv von Menschen, die viel Wert legen auf gute Stücke. Auch im Ausland sind die Produkte gefragt, doch vielen Betrieben fehlen Ressourcen.

Schuhmanufaktur Vickermann und Stoya: Hochwertige Ware liegt wieder im Trend. Quelle: Cira Moro/laif
Schuhmanufaktur Vickermann und Stoya: Hochwertige Ware liegt wieder im Trend. Quelle: Cira Moro/laif

BerlinMaßschuhe wollten sie fertigen, das war ihr Ziel. „Aber anfangs haben wir fast nur Schuhe repariert, um uns über Wasser halten zu können“, erzählt Matthias Vickermann, der 2004 gemeinsam mit seinem Partner die Maßschuhmanufaktur Vickermann und Stoya im feinen Baden-Baden gründete.

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Um die Menschen von ihren Edelschuhen zu begeistern, lassen sie sich Ungewöhnliches einfallen. So schippert Vickermann von Zeit zu Zeit mit dem Kreuzfahrtschiff „MS Europa“ über die Meere und vermisst nicht nur Füße, sondern bringt den Passagieren noch das richtige Schuheputzen bei. Und es läuft immer besser. Ein großer Teil der Gesellschaft habe sein Konsumverhalten geändert, beobachtet Vickermann. „Früher war der klassische Maßschuhkunde 55 Jahre aufwärts. Heute kommen immer mehr Kunden, die gerade einmal 30 Jahre alt sind.“

Auch hochwertige Tisch- und Bettwäsche liegt im Trend: „Nachhaltigkeit wird sich durchsetzen“, glaubt auch Axel Strunkmann-Meister, Eigentümer des 1832 gegründeten gleichnamigen Betriebs. Viele Manufakturen in Deutschland erleben derzeit eine Renaissance. Ihre Produkte treffen den Nerv von Menschen, die bereit sind, für die guten Stücke mitunter viel Geld lockerzumachen.

In Zeiten, in denen vieles flüchtig und virtuell erscheint, gilt das Beständige, von Hand Gefertigte wieder etwas. Sogar außerhalb der traditionellen Käuferschichten aus Adel und gehobenem Bürgertum. Handarbeit hat viele Freunde. „Bei den Unternehmen herrscht eine durchweg positive Stimmung“, fasst Michael Schröder, PR-Mann und Ideengeber der „Initiative Deutsche Manufakturen“ zusammen.

Diese Initiative war vor gut einem Jahr gegründet worden, um das alte Handwerkertum national und vor allem international bekannter zu machen. Denn viele Manufakturen tun sich besonders außerhalb Deutschlands schwer: Ihnen fehlen schlicht die Ressourcen, sich um das Auslandsgeschäft zu kümmern. Im Schnitt beschäftigen sie nur rund 20 bis 50 und manchmal auch mehr als 200 Mitarbeiter. Posten für die Auslandsakquise sind dabei meist nicht eingeplant.

  • 24.09.2012, 10:58 UhrKurt

    Es gibt schon lange Definitionen, was eine Manufaktur ist und was nicht. Was dieser Artikel beschreibt, ist das marketingmäßige Ausschlachten eines Manufakturbegriffs, wie er dem Normalkonsumenten im Kopf herumspuken mag. Das hat aber nichts mit manufaktureller Fertigung zu tun. Das ist schlichtes Abglanzsonnen im Licht eines Begriffes, der von Luxusherstellern mit echter manufaktureller Fertigung geprägt wurde.
    Wenn sich ein gehobenes Catering-Unternehmen plötzlich Cannapee-Manufaktur nennt, ist das doch lächerlich. (Gibt es wirklich!) Und eine Schuhmacherei für Maßschuhe bleibt erstmal ein Handwerksbetrieb.
    Was ist schlecht an exquisiter handwerklicher Leistung?

  • 24.09.2012, 08:48 UhrPhilipp

    Netter Artikel, aber wo wird die Einschraenkung, dass diesen Unternehmen die Resourcen (welche?) fehlen, beschrieben oder erklaert?

  • 24.09.2012, 08:42 Uhrpriexo

    Ich persönlich würde wetten, dass manufakturhergestellte Produkte eine weitaus höhere Lebensdauer haben. Dazu kommen weitaus kürzere Vertriebswege, da in Deutschland hergestellt. Dies alles sollte sich positiv auf die Ökobilanz auswirken. Definitiv ein Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit IMHO.

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