Markets
Partnerschaften zur Entwicklung

Wirtschaftlicher Erfolg und Gutes tun schließen sich nicht aus. Das hat auch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit erkannt und setzt auf Partnerschaften mit der Wirtschaft. Das ist nicht nur für Großkonzerne interessant: Auch der Mittelstand ist für innovative Projekte gut geeignet.
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GTAI BONN. Ob es darum geht, Standards für bessere Arbeitsbedingungen in China zu schaffen, eine Pilotanlage für nachhaltige Fischzucht in Laos zu errichten oder Solartechniker in Südafrika auszubilden: Entwicklungspartnerschaften zwischen Staat und Wirtschaft führen hier zu produktiven Synergien. Die Expertise in der Projektausführung in den Partnerländern sowie Kenntnisse der Kultur und der Gegebenheiten vor Ort liefern öffentliche Organisationen. Die Unternehmen steuern einen Teil des Kapitals, Know-how und Ideen bei. Daher setzt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) immer mehr auf Public Private Partnerships (PPP) - ein entsprechendes Programm hat es bereits 1999 aufgelegt.

Die Zusammenarbeit erweitert den Handlungsspielraum für die Projekte, und die Unternehmen erhalten Zugang zu Märkten, die ohne ihren staatlichen Partner schwer zu erschließen wären. Das ist vor allem für Mittelständler interessant. Insbesondere die kleineren Projekte sind für innovative Ansätze gut geeignet, die Partnerschaften kommen also beileibe nicht nur für Großkonzerne infrage. Zwei Drittel der PPP-Maßnahmen führen das BMZ und seine Organisationen mit kleinen und mittleren Unternehmen durch.

Gerade bei Vorhaben mit lokalen Partnern gehen aus den zeitlich begrenzten Projekten häufig erfolgreiche Investitionen hervor, die die Entwicklung nachhaltig beeinflussen. Der Nachhaltigkeitseffekt sei belegbar, sagt Peter Peters von der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), die in deutschen PPP-Vorhaben eine große Rolle spielt. Sie hat verschiedene Projekte nach Ende der Laufzeit noch einmal untersucht und festgestellt: "In praktisch allen Fällen halten die positiven Auswirkungen des PPP-Projektes an beziehungsweise werden fortgeführt."

Um das privatwirtschaftliche Engagement in Entwicklungs- und Schwellenländern stärker zu fördern, startete das BMZ 2009 das "Developpp.de"-Programm. "Diese neue Ausrichtung der Entwicklungspolitik versteht die Wirtschaft als bedeutenden Partner, denn ohne die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft ist erfolgreiche Entwicklungspolitik nicht möglich", betont Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär im BMZ. Mehrmals pro Jahr wird ein Teil der Projekte über Ideenwettbewerbe mit festgelegten Themenbereichen ausgeschrieben. Dabei werden die Themen auf insgesamt drei Durchführungsorganisationen - die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), die DEG und die Sequa gGmbH - aufgeteilt. Bis zu 50 Prozent der Projektkosten und maximal 193.000 Euro pro Vorschlag können aus öffentlichen Mitteln kofinanziert werden.

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