Marktbeobachtung
Mit einem Ohr bei der Konkurrenz

Mittelständische Unternehmen sind skeptisch gegenüber einer gezielten und professionellen Konkurrenzbeobachtung. Sie vermuten nicht nur hohe Kosten, sondern auch geringen Nutzen hinter den gesammelten Daten über die Wettbewerber. Und mit beiden Ansichten liegen sie falsch.

KÖLN. Während in Konzernen ganze Abteilungen für die systematische Wettbewerbsanalyse verantwortlich sind, wird das Thema in mittelständischen Unternehmen noch stiefmütterlich behandelt. Häufig ist die Sekretärin des Chefs mit dem Sammeln von Informationen beauftragt, im besten Fall übernimmt die Marketing-Abteilung. Oder ein Vertriebler erledigt es nebenher. "Das ist aber alles weit weg von professioneller Konkurrenzbeobachtung", urteilt Harald Schedl, Partner und Mittelstandsexperte beim Beratungshaus Simon-Kucher & Partners.

Zwar erachten laut einer aktuellen Studie der Nürnberger Unternehmensberatung Vend Consulting GmbH mittelständische Firmen Markt- und Wettbewerbsbeobachtung als absolut notwendig. Lediglich 48 Prozent der befragten Unternehmen haben aber bisher selbst so etwas wie Marktforschung durchgeführt. In erster Linie stellen die Betriebe dabei die Kundenzufriedenheit fest oder ermitteln das Potenzial neuer Absatzkanäle. Nur 28 Prozent werfen laut der Untersuchung gezielt ein Auge auf den Wettbewerb.

Der Besuch am Messestand der Nebenbuhler ist häufig die einzige wirkliche Konkurrenzbeobachtung, bestätigt auch Simon-Kucher-Berater Schedl: "Ist der Stand kleiner als im Vorjahr, geht es dem Konkurrenten schlechter. Das ist häufig die einzige Information die dabei herauskommt." Beinahe in jedem Beratungsprojekt seien die Consultants damit konfrontiert, dass kaum gesammelte Daten über Konkurrenz und Markt vorliegen. "Die Mittelständer haben den Mehrwert der Informationen noch nicht erkannt", erklärt Schedl die fehlenden Bemühungen.

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