Maschinenbau
Mit intelligenter Fertigung nach vorn

Die Exportkonjuktur und vor allem der schwache Dollar werden zunehmend zur Herausforderung für den deutschen Maschinenbau. Dass es der Branche trotzdem gut geht, leigt am ständig ausgebauten Premium-Image der Hersteller.

DÜSSELDORF. Die Stimmung unter den 685 deutschen Ausstellern auf der Düsseldorfer Fachmesse Metav ist gut. „Wir sehen keine Anzeichen für eine Abschwächung“, sagt Dirk Prust, Geschäftsführer des Werkzeugmaschinenherstellers Chiron-Werke aus dem schwäbischen Tuttlingen. Nach dem Superjahr 2007 ist Chiron wie die meisten deutschen Maschinenbauer voll ausgelastet und vor allem mit dem Abarbeiten des Berges von Aufträgen beschäftigt. Das Familienunternehmen, das vor allem an die Autoindustrie liefert, erreichte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 252 Mill. Euro, der Auftragseingang betrug aber 292 Mill. Euro. Die Folge: Die Lieferzeiten betragen zwei bis sieben Monate. Fertigte Chiron im vergangenen Jahr 700 Maschinen, so sollen es in diesem Jahr 100 Maschinen mehr sein. Der Chiron-Geschäftsführer glaubt fest daran, dass das Inlandsgeschäft weiter hervorragend läuft.

Mehr sorgen sich viele Aussteller auf dem voll besetzten Düsseldorfer Messegelände über die Exportkonjunktur und vor allem über die Auswirkungen des schwachen Dollars. Der hohe Kurs des Euros macht den Standort Deutschland noch mehr zu einem Hochlohnland, als er es ohnehin schon ist. Doch bisher sind die deutschen Hersteller von Werkzeugmaschinen mit ihrer Strategie gut gefahren: Sie produzieren überwiegend in Deutschland und profilieren sich als Premiumhersteller.

Lutz Oliver Schapp, Geschäftsführer des Werkzeugmaschinenlabors der RWTH Aachen, erwartet, dass der deutsche Maschinen- und Anlagenbau künftig noch stärker auf das Premiumsegment setzen wird. „Eine hohe Innovationsrate ermöglicht gute Renditechancen“, sagt der Experte. Dafür sei eine Fertigung in Deutschland die richtige Strategie, denn sie ermögliche die Beherrschung der technologischen, logistischen und geschäftlichen Prozesse.

So produziert Chiron vor allem in Deutschland. Die Auslandstöchter in den USA, in Italien und Frankreich übernehmen die kundenspezifische Ausstattung der Maschinen. Chiron hatte vor einigen Jahren eine Komplettfertigung in den USA, doch gab sie wieder auf, da das Produktspektrum dafür zu breit sei. „Die Qualität muss stimmen“, sagt Geschäftsführer Prust. Allerdings erhöht das Unternehmen die Wertschöpfung in USA und baut vermehrt Komponenten von dort oder aus Japan ein, um die Wechselkursnachteile auszugleichen.

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