Maschinenbau
Siempelkamp wächst in Weißrussland

Der Anlagenbauer Siempelkamp ist in Weißrussland erfolgreich: Ab 2010 soll das Krefelder Unternehmen eine komplette Spanplattenanlage für den weißrussischen Holzwerkstoffhersteller Ivatsevichdrew bauen, der Auftragswert beläuft sich auf 40 Millionen Euro. Trotz des Erfolgs spürt Siempelkamp die Krise.

KREFELD. Der Mittelständler Siempelkamp ist in Weißrussland auf Erfolgskurs. Im März 2010 startet das Krefelder Unternehmen dort den Bau einer Anlage die jährlich 330 000 Kubikmeter Spanplatten herstellen kann und verdoppelt damit die bisherige Produktionskapazität des Landes.

Das Familienunternehmen hat lange auf den Durchbruch gewartet. Bereits im September 2008 hatte Siempelkamp den Vertrag über die Lieferung einer kompletten Spanplattenanlage an den weißrussischen Holzwerkstoffhersteller Ivatsevichdrew unterzeichnet. Jetzt ermöglicht ein Präsidentenerlass eine Staatsbürgschaft und sichert damit die Freigabe des Kredits für die Anlage mit einem Auftragswert von 40 Mio. Euro.

"Der Knoten am Weltmarkt beginnt sich zu lösen", sagt Hans W. Fechner, Sprecher der Geschäftsführung des Anlagenbauers. Die Geschäfte mit Russland und den Nachbarstaaten laufen nach seiner Aussage weiter gut, weil die Verarbeitung der Holzprodukte im eigenen Land gefördert wird.

Auch in Asien komme einiges in Bewegung. "Aus Thailand haben wir einen Auftrag im Volumen von 20 Mio. Euro erhalten, für den die Vertragsunterzeichnung kurz bevorsteht." Dagegen kommen kaum Aufträge aus Europa und Nordamerika, hier ist der Markt gesättigt.

Das 1883 gegründete Unternehmen arbeitet in den Bereichen Maschinenbau, Gießerei und Nukleartechnik und sieht sich bei Anlagen für die Herstellung von Spanplatten mit einem Weltmarktanteil von mehr als 60 Prozent deutlich führend. Daneben liefert Siempelkamp Großpressen, Gusstechnik mit Spezialisierung auf große Teile bis zu 300 Tonnen Gewicht und ist Hersteller der Castor-Behälter für Kernkraftwerke.

Trotz dieser Diversifizierung spürt auch Siempelkamp die Flaute. "Der Auftragseingang hat sich etwa halbiert, über alle Bereiche", sagt Fechner. Er erwartet im laufenden Jahr für etwa 450 bis 500 Mio. Euro Bestellungen und einen Umsatz von 610 Mio. Euro nach 680 Mio. im Vorjahr.

"Der Auftragsbestand reicht für zwei Jahre", sagt Fechner. Nur in der Gießerei könne es bei der Herstellung von Kleinteilen eventuell Kurzarbeit geben. Der Personalstand wird mit rund 2  600 Personen, davon 1 450 am Stammsitz Krefeld, weitgehend stabil bleiben. Lediglich in der Gießerei gebe es einen leichten Rückgang. Siempelkamp hat vorgesorgt und in den guten Jahren viel Arbeit nach außen verlagert. Diese wird jetzt wieder hereingeholt, um die Beschäftigung zu sichern. Zudem haben die Krefelder Risiken verteilt. So darf im Gießereibereich keine Branche mehr als 20 Prozent am Umsatz haben und innerhalb der Branchen kein Unternehmen mehr als 20 Prozent.

Deshalb erwartet Fechner keinen Ertragseinbruch, allerdings nennt er keine genauen Zahlen. "Wir werden auch 2009 und 2010 schwarze Zahlen schreiben und gehen gestärkt aus der Krise hervor", sagt Fechner. Es gebe ein ordentliches Ergebnis, zumal das Unternehmen keine Zinslasten habe. 2008 habe sich wegen des Booms das Ergebnis verdoppelt. Dies werde nicht wieder erreicht. Für 2007 wies Siempelkamp nach den Angaben im Bundesanzeiger einen Jahresüberschuss von 18,6 Mio. Euro aus. Dies könnte 2009 wieder erreicht werden.

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