Maschinenbauer übernimmt
Neuer Eigentümer für insolventen Nähmaschinenhersteller Pfaff

Beste Nachrichten für das insolvente Traditionsunternehmen Pfaff: Das Maschinenbauunternehmen Joachim Richter aus Konken in Rheinland-Pfalz übernimmt den Hersteller von Industrienähmaschinen.

HB KAISERSLAUTERN. Das teilten Insolvenzverwalter Paul Wieschemann und Firmeninhaber Joachim Richter am Donnerstag in Kaiserslautern mit. Das Traditionsunternehmen Pfaff hatte am 11. September 2008 Insolvenzantrag stellen müssen, nachdem sich kein Investor für das seit Jahren defizitäre Unternehmen gefunden hatte.

Richter sagte, dieser Tag sei "ein Tag der Freude" für Pfaff, die Stadt und die Region. "Heute ist der Tag, an dem es sicher ist, dass die Firma Pfaff weiterbesteht." Nach Richters Angaben sollen in dem neuen und noch nicht bezogenen Werk des Unternehmens im Norden der Stadt etwa 300 Arbeitsplätze entstehen. Sie könnten von Angehörigen der bisherigen Belegschaft eingenommen werden, sofern sie geeignet seien. "Ich sehe mit einem guten Gefühl in die Zukunft", sagte Richter. Pfaff baue "weltweit die besten Nähmaschinen" und habe eine hohe Kundenakzeptanz.

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) sagte: "Die Entscheidung der Gläubiger bietet Pfaff die Chance, sich strategisch neu auszurichten und Synergien zu nutzen." Neben dem Erhalt von Arbeitsplätzen wertete der Minister auch die Anbindung des Traditionsunternehmens an einen Mittelständler aus der Region sehr positiv.

Nach Herings Worten wird das Land die Übernahme mit einer Landesbürgschaft absichern sowie die notwendigen Investitionen finanziell fördern. Im vergangenen September war ein erster Rettungsversuch bei Pfaff gescheitert. Die damals noch 400 Pfaff-Mitarbeiter am Standort Kaiserslautern wechselten danach in eine Transfergesellschaft. Ein komplett neues Werk wurde bislang nicht bezogen.

Der Hersteller von Nähmaschinen für den Haushalt, Pfaff, hängt mit der jetzt geretteten Pfaff Industrie Maschinen AG schon seit 1999 nicht mehr zusammen. Als die Pfaff AG Ende der 90er Jahre in die Insolvenz rutschte, wurde das Unternehmen in die Pfaff Nähmaschinensparte und das Geschäft mit Industriemaschinen aufgeteilt. Damit haben zwar beide Zweige ihre Wurzeln in der 1862 gegründeten Nähmaschinenfabrik Pfaff. Doch laufen die Geschäfte seit Jahren komplett getrennt. Einzige Gemeinsamkeiten sind heute noch der Name und das Pfaff-Logo.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%