Maschinenfabrik
Der passende Boy für Dr. Best

1968 gründete Max Schiffer die Maschinenfabrik Dr. Boy, um die familieneigene Zahnbürstenfirma produktiver zu machen. Heute, zum 40-jährigen Jubiläum, haben die Geschwister und Geschäftsführer Carl, Helga und Alfred Schiffer die erste Kompaktmaschine des Hauses, die „Boy 15“, restaurieren lassen. Die Geschichte einer Erfolgsstory.

NEUSTADT. Wie frisch gepflückt fallen die kleinen BMWs auf ein Förderband vor dem Spritzgussautomaten. Immer, wenn sich die beiden Schließplatten öffnen, plumpst ein kleines, durchsichtiges Spielzeugauto raus. Das 68er Modell ist aber keine Festtagsedition der Münchner Automarke – sondern Sinnbild für die Firmengeschichte der Firma Dr. Boy.

Zum 40-jährigen Jubiläum haben die Geschwister und Geschäftsführer Carl, Helga und Alfred Schiffer nämlich die erste Kompaktmaschine des Hauses, die „Boy 15“ restaurieren lassen. Bei der Firmenfeier im Juni führten sie den Spritzguss-Oldtimer stolz ihren Gästen vor. „Das ist die Crux“, witzelt der 47-jährige Alfred Schiffer, zuständig für Materialwesen und Technik: „Unsere Maschinen halten eine Ewigkeit.“

Angefangen hat die Erfolgsstory von „Dr. Boy“ in den 50er Jahren. Die Familie Schiffer besaß bereits eine eigene Zahnbürstenfabrik. Die Bürstengriffe und Verpackungen ließ man noch von Hand fertigen. Carl Schiffer, der heute Vertrieb, Service und das US-Geschäft von Dr. Boy leitet, erinnert sich: „Um die Griffe schneller herstellen zu können, entwarf mein Vater eine Spritzgießmaschine.“ Weil die damaligen Maschinenhersteller davon nichts wissen wollten, baute Max Schiffer die erste Boy 15 selbst und stellte sie 1968 auf der Hannover Messe vor. Fortan konzentrierte er sich auf die Maschinenbaufirma - sein Bruder leitete weiter die familieneigene Zahnbürstenfabrik, die bis heute das Modell „Dr. Best“ für ein US-Unternehmen herstellt.

Bis 1976 fertigte das Unternehmen aus Neustadt-Fernthal nur dieses eine Modell, von dem bis heute 25 000 Stück verkauft wurden. Die „15“ im Modell-Namen steht für die Schließkraft: 15 Megapond, was 15 Tonnen oder 150 Kilo-Newton entspricht, setzt die erste Boy dem heißen Kunststoff entgegen, wenn er in die Form gespritzt wird. „Der Name Dr. Boy ist von meinem Vater kreiert“, sagt der 55-Jährige - in Anlehnung an „Dr. Best“. Acht Jahre später kam die Boy 50, das zweite Modell.

Doch nach dem erfolgreichen Start schlug das Schicksal zu: Firmengründer Max Schiffer verunglückte 1971 tödlich. Fremdgeschäftsführer mussten einspringen, ehe Sohn Carl 1977 mit der Geschäftsführung betraut wurde. Er führte die Firma zehn Jahre lang allein, bis Bruder Alfred, der Ingenieur, als Geschäftsführer hinzukam. Schwester Helga (55) ergänzt das Trio.

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