Maßgeschneiderte Logistikkonzepte
Lager und Montage inbegriffen

Immer mehr Mittelständler lassen sich von einem Logistiker Konzepte maßschneidern: Zu den Aufgaben der Firmen gehören neben Transport und Lagerhaltung vor allem Themen wie Terminkoordination, Kundenservice oder Vormontage – Experten sprechen von Kontraktlogistik. Mittelständler übertragen die gesamte Lieferkette an einen Dienstleister.

KÖLN. Die eigene Logistiksparte mitsamt dem Fuhrpark von 40 Lastwagen hat der Fenster- und Türenhersteller Moderne Bauelemente Detlef Knechtel GmbH & Co. KG vor zwei Jahren abgeschafft. Stattdessen übernimmt nun ein Dienstleister die gesamte Auftragsabwicklung. „Die Kosteneinsparungen haben den Ausschlag gegeben“, sagt Annett Grey, Bereichsleiterin Planung und Logistik. Außerdem ist das Unternehmen nun flexibler: „Bei bis zu 220 Auslieferungen am Tag konnten wir etwa das Gebiet um München nur einmal pro Woche beliefern. Jetzt geht das auch täglich.“ Gerade große Baumarktketten könnte das Unternehmen aus dem niedersächsischen Groß Mackenstedt sonst kaum als Kunden halten.

Der Logistiker Krage & Gerloff verspricht seinem Kunden Moderne Bauelemente eine Zustellung innerhalb von zwei Werktagen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Benelux-Ländern – vorausgesetzt die bestellten Produkte stehen bis 15.20 Uhr fertig verpackt auf der Laderampe. „So können wir unseren Kunden auch Tages- oder Expressgarantien anbieten“, freut sich Grey. Auch Transporte von Sondergrößen und genaue Absprachen über den Lieferzeitpunkt umfasst der Service. Konzerne haben es vorgemacht, und nun lassen sich wie Moderne Bauelemente immer mehr Mittelständler von einem Logistiker ein Konzept maßschneidern. Dazu gehören oft nicht nur der Transport und die Lagerhaltung, sondern auch komplexere Aufgaben wie das Verpacken und Zusammenstellen von Bestellungen, Terminkoordination, Kundenservice oder Vormontage – Experten sprechen von Kontraktlogistik. „Der Trend geht dahin, die logistischen Leistungen in einer Hand zu bündeln“, bestätigt Ralf Stenger, Logistikexperte bei der Unternehmensberatung Bearing Point und Autor einer aktuellen Studie über Kontraktlogistik.

Im Gegenzug muss sich der Mittelständler mit einem Vertrag an den Logistikpartner binden, meist für mindestens fünf Jahre. Denn nur mit der Sicherheit einer längerfristigen Kundenbeziehung ist der Logistiker bereit, in den Spezialservice zu investieren. „Davon haben beide Seiten Vorteile: Der verladende Unternehmer hat einen verlässlichen Ansprechpartner für alle Leistungen, und für den Logistiker sind höhere Margen möglich“, erklärt Stenger.

Natürlich lohnt sich das Ausgliedern nur, wenn für das Unternehmen geringere Kosten entstehen. Das ist vor allem in stark tarifgebundenen Branchen der Fall, weil die Arbeitskräfte des Logistikers oft günstiger als die der eigenen Mitarbeiter sind. „Ab einer Einsparung von 20 bis 30 Prozent ist die Auslagerung sinnvoll“, sagt Stenger von Bearing Point.

Mittelständlern rät er, zunächst zu prüfen, ob die Logistik zu den eigenen Kernkompetenzen gehört. „Falls die Qualität der Serviceleistungen entscheidend für das Überleben des Unternehmens ist, sollte es die Kontrolle über diesen Bereich besser nicht abgeben.“ Und: Entscheidet sich eine Firma für die Ausgliederung, sollte sie im Vertrag genau festgelegen, welche Leistungen der Logistiker übernimmt und wie er sie zu erledigen hat.

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