Medien
Die individuelle Tageszeitung

Die Lieblingsseiten aus verschiedenen Tageszeitungen mit aktuellen Internetnachrichten verknüpfen. Mit dieser Idee gelang es den Gründern von InterTi, Medienhäuser wie Springer, NevenDu Mont und die Verlagsgruppe Handelsblatt als Kooperationspartner für sein alternatives Zeitungsprojekt zu gewinnen.
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DÜSSELDORF. Wer sich gerne breit informiert, der bräuchte eigentlich mehrere Zeitungen. Doch dafür fehlt oft das Geld oder die Zeit, diese zu lesen Das Berliner Startup InterTi hat sich eine Alternative ausgedacht: niiu, eine 24-Seiten-dicke Tageszeitung, mit Seiten aus verschiedenen Blättern: beispielsweise den Politikseiten der Frankfurter Rundschau, kombiniert mit dem Titel und Sport der Bild, den Kulturseiten des Tagesspiegels oder den Wirtschaftsnachrichten des Handelsblatts.

"Die Idee für unsere individuelle Zeitung entstand während des Studiums", erzählt Oberhof. Als er nach Berlin kam, fehlte ihm seine Zeitung. Das ging vielen seiner Kommilitonen so. Im Internet kann man sich über Portale ein individuelles Newsangebot zusammenstellen. Prima wäre es, wenn sich das auch im Print machen ließe, dachte der InterTi-Gründer. Warum nicht aus mehreren Blättern und einem ausgewählten Newsangebot aus dem Internet eine individuelle Zeitung basteln?

Hendrik Tiedemann, der als Mitgründer neben der Idee auch das Kapital in das junge Medienunternehmen einbrachte, hatte unabhängig die gleiche Idee. Allerdings interessierte er sich weniger für die Inhalte, sondern mehr für die Möglichkeit, über diesen Weg personalisierte Werbung zu verkaufen. "Wenn man weiß, welche Informationen den Kunden interessieren, sein Alter und sein Geschlecht kennt, dann kann Werbung wesentlich gezielter verteilt werden", so seine Motivation in das niiu-Projekt zu investieren.

Die InterTi-Gründer haben ihre Zeitung nach einem Fantasiewort genannt. "Es hat uns so gut gefallen, weil es ähnlich wie das englische Wort "news" oder "new" klingt", sagt Oberhof. niiu könne jeder aussprechen wie er möchte. "Wir sagen {ni:u}."

Schwerer Weg bis zum Erfolg

Von der Idee bis zur ersten Ausgabe von niiu war jedoch ein weiter Weg. "Zuerst wollten die Verlage gar nicht mit uns sprechen", erinnert sich Oberhof an die frustrierenden Reaktionen der Zeitungsmacher bei seinen Anrufen. Erst als die ersten Verlagsmanager überzeugt waren, öffneten auch die anderen ihre Türen.

Die beiden InterTi-Gründer mussten nicht aber nur die Verlage überzeugen, 2007 als sie ihre Geschäftsidee entwickelten, war zudem die Drucktechnik noch nicht weit genug. Zweieinhalb Jahre dauerte es, bis die beiden Mitzwanziger ihre erste Zeitung in den Händen hielten. "Erst mit den neuen Digitaldruckmaschinen, die auf der Drupa 2008 vorgestellt wurden, war es möglich, eine Zeitung so preiswert zu drucken, um dafür auch Abnehmer zu finden", sagt Oberhof. Niiu kostet im Abo 1,80 pro Ausgabe

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