Medikamentenlagerung
Start-Up: Automaten für Apotheken

Das hallesche Unternehmen Gollmann Kommissioniersysteme GmbH baut platzsparende Automaten zur Lagerung von Medikamenten. Die Automaten des 29-jährigen Firmengründers brauchen nur ein Drittel des Platzes herkömmlicher Systeme und sind vor allem für kleinere Apotheken geeignet. Trotz ihres Preises rentieren sich die Systeme bereits nach wenigen Jahren.

DÜSSELDORF. Es begann typisch: Daniel Gollmann hörte die Klage einer befreundeten Apothekerin, sie beschwerte sich darüber, dass Automaten zur Einlagerung von Medikamenten nur für große Apotheken angeboten werden. Für ihre Zwecke seien sie zu lang, zu sperrig, zu teuer. Doch auch sie braucht die Automaten, um effizienter arbeiten zu können. So erkannte der Mechatronik-Ingenieur Gollmann die Marktlücke und gründete Anfang 2006 mit Iwan Zwick die Gollmann Kommissioniersysteme GmbH, die heute ihren Sitz in Halle (Sachsen-Anhalt) hat. Innerhalb eines Jahres entwickelte der heute 29-Jährige mit einem kleinen Team einen Automaten zur Lagerung und Management von Medikamenten. „Zehntausend Verpackungen werden mittels eines Greifarms auf weniger als sechs Quadratmeter sortiert und ausgegeben“, erläutert Gollmann die Technik. Die Automaten benötigen laut Firmenchef nur ein Drittel des Platzes herkömmlicher Systeme.

Mit ihren Automaten ist das hallesche Unternehmen bereits heute die Nummer zwei auf dem deutschen Markt. Seit fünfzehn Jahren werden Kommissionier-Automaten für Apotheken vertrieben. Das Geschäft entwickelte sich jedoch erst in den vergangenen fünf Jahren rasant. Die Automaten sind zwar dreimal teurer als herkömmliche Schranksysteme. Doch rentieren sich die Systeme bereits nach wenigen Jahren, da sie Zeit und Personal für die Lagerung einsparen und die Inventur der Medikamente übernehmen. Derzeit werden pro Jahr etwa 200 solcher Systeme in Deutschland verkauft. Marktführer ist das 1996 gegründete Unternehmen Rowa mit Sitz in Kelberg (Rheinland-Pfalz).

Gollmann will schnell aufschließen und bereits im nächsten Jahr 100 Automaten verkaufen. Die Entwicklung des Unternehmens plant der hochgewachsene ehemalige Aufbauspieler eines Basketballteams akribisch. „Ich wollte immer etwas aufbauen. Und nicht nur optimieren“, sagt er über seine Motivation als Gründer. Nach einem Mechatronik- und Betriebswirtschaftsstudium arbeitete er zwei Jahre bei der Schweizer Beratungsgesellschaft Helbling. Dort beriet Gollmann Großunternehmen bei Produktneueinführungen. In der Schweiz fand er auch erste Investoren für seine eigene Firma. Mit privatem Kapital, Fördermitteln und Bankkrediten wird derzeit eine ehemaligen Kaffeerösterei als neues Büro- und Produktionsgebäude umgebaut. Halle wurde Firmensitz, weil der Gründer in seiner Heimatstadt nach eigenen Angaben viele motivierte und erfahrenene Fachkräfte findet. Bis Ende 2007 soll die Zahl der Mitarbeiter von 35 auf 70 steigen. Als Erfolgsfaktor bezeichnet Gollmann zudem die enge Zusammenarbeit mit einem Unternehmen aus der Nähe, das die Antriebs- und Steuerungstechnik liefert. „Als junges Unternehmen profitieren wir von der erprobten Technik“, sagt Gollmann. Der Gründer sieht noch viele weitere Einsatzgebiete für seine Kommissionierautomaten – beispielsweise in der Lagerhaltung von Schrauben für die industrielle Produktion. „Schrauben für den Produktionsprozess kosten in der Lagerhaltung mehr als sie einzeln wert sind“, sagt der Firmenchef.

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