Medizintechnik
Dräger will Ausstieg von Siemens

Dräger möchte den Siemens-Anteil an der eigenen Medizintochter zurückkaufen. Die Gespräche darüber laufen bereits. Ziel ist das Ende eines Joint Ventures.

HB LÜBECK. Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller Drägerwerk will den Siemens-Anteil an der Medizintechniktochter Dräger Medical zurückkaufen. Dazu liefen derzeit Finanzierungsgespräche, sagte der Pressesprecher von Dräger, Burkhard Dillig, am Freitag. Ziel des Ausstiegs aus dem Joint Venture sei es, die Gesellschafterstrukturen zu vereinfachen, damit das Gesamtunternehmen effizienter und flexibler arbeiten könne. Ende 2002 hatte das Lübecker Unternehmen 35 Prozent der Anteile der Dräger Medical an Siemens verkauft. Bereits Anfang 2007 hatte Dräger zehn Prozent der Anteile zurückgekauft.

Damals hatte das Unternehmen 110 Mio. Euro für das Aktienpaket bezahlt. Für den Rückkauf des kompletten Siemens-Anteils seien in ersten Sondierungsgesprächen rund 300 Mio. Euro genannt worden, sagte Dillig. Die Gespräche zwischen Dräger und Siemens sollen in den nächsten Wochen fortgeführt werden. Zu einem konkreten Zeitrahmen, in dem das Geschäft abgeschlossen werden soll, wollte sich Dillig nicht äußern.

Die Medizintechnik ist trotz leichter Umsatzrückgänge im Jahr 2007 noch immer das wichtigste Geschäftsfeld der Drägerwerk AG. Die Dräger Medical erwirtschaftet rund zwei Drittel des Gesamtumsatzes von rund 1,8 Mrd. Euro im Jahr 2007. Im Jahr 2004 hatten Überlegungen des Dräger-Vorstandes für Aufregung gesorgt, die Dräger Medical von Lübeck nach Tschechien zu verlagern.

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