Mehr Arbeitsplätze durch F&E
Deutscher Mittelstand oft Weltspitze

In einigen Branchen ist Deutschland weltweit führend. Insgesamt aber müssen die Forschungsaufwendungen steigen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Messlatte liegt hoch: Die Länder der Europäischen Union wollen bis 2010 drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Forschung und Entwicklung (F&E) aufbringen.

„Dieses Ziel ist kaum noch zu erreichen“, bedauert Jörg Thielges,F&E-Spezialist bei IBM. Seine Bedenken: „Jährlich müssten die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Deutschland um vier bis fünf Prozentpunkte zulegen – angesichts leerer Haushaltskassen und schwierigen Umfeldes für Staat und Unternehmen ist das kaum möglich“, erklärt Thielges, der auch Vorsitzender der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE ist.

Derzeit steht Deutschland laut Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft mit 2,5 Prozent Anteil der F&E-Aufwendungen am BIP weltweit gerade mal an achter Stelle – und damit hinter Industrienationen wie Japan (3,2 Prozent), Korea (2,7 Prozent) sowie den USA(2,7 Prozent). Und auch andere Europäer wie Schweden (4,3 Prozent), Finnland (3,5 Prozent) und die Schweiz (2,6 Prozent) liegen im Ranking vor der Bundesrepublik. „Allerdings gibt es Ausnahmen.

In einigen Branchen stehen deutsche Innovatoren noch an der Weltspitze“, erklärt Johann Wilhelm Arntz, Präsident der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen Otto von Guericke. „Im Maschinenbau etwa gelingt es dem deutschen Mittelstand regelmäßig, hohe Ingenieurskunst mit exakter Marktorientierung zu verbinden.“ Auch der Textilindustrie spricht der Remscheider Unternehmer gute Noten in Sachen Innovation aus. Als „Hidden Champion“ bezeichnet er zudem die deutsche Gießerei-Industrie, die weltweit den neuen Leichtbau- Trend vorantreibt. Für diese Branche prognostiziert die Deutsche Bank ein hohes Umsatzwachstum von drei Prozent jährlich bis 2010.

Auch in der Technik hat Deutschland noch zahlreiche Innovatoren zu bieten. „Wir belegen Spitzenpositionen in der Elektro-, Energie-, Automatisierungs- und Medizintechnik“, sagt VDE-Präsidiumsmitglied Thielges. Firmen wie Alcatel, IBM und Siemens unterhalten große F&E-Zentren in Deutschland. Und mit Hightech- Schmieden wie AMD, AMTC oder Siltronic konzentriert sich ein Großteil der Mikro- und Nanoelektronikfertigung Europas hier. So ist beispielsweise die Region Dresden mit ihrem Netzwerk aus Industrie, Instituten und Hochschulen und über 11.000 Arbeitsplätzen das größte Mikroelektronik- Zentrum auf dem Kontinent.

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