Mehr Vorteile als Nachteile
Mittelständler nutzen Börsenklima

Dank gutem Marktumfeld wagen immer Unternehmen den Sprung auf das Parkett. Doch noch immer ist der Gang an die Börse vielen Unternehmen nicht geheuer. Gewichtigstes Argument: Gerade Mittelständler geben einen Teil ihrer Macht ab in die Hände externer Investoren. Doch echte Einflussnahme ist selten.

FRANKFURT. Es war eine Szene, wie sie Frankfurter Investmentbanker und Investoren lange nicht mehr gesehen hatten. Statt über Strategien und nüchterne Finanzzahlen sprach Georg Sick, Vorstandschef des Münchener Baumaschinen-Herstellers Wacker Construction, bei der Präsentation seiner Börsenpläne über die Vorzüge seiner Rüttelplatten, Radlader und Stampfer. Die Investoren lauschten wie gebannt, waren beeindruckt und zeichneten anschließend in Massen die Aktie.

Kein Zweifel: Wenn Mittelständler an die Börse drängen – und das sind immer mehr –, laufen Präsentationen vor der Finanzwelt anders ab. Manchmal hemdsärmliger, aber immer mit klaren Worten. Das galt zuletzt für den Baumaschinen-Hersteller Wacker genauso wie für den Bootsbauer Hanse Yachts oder die Schokoladenfabrik Halloren, die allesamt in diesem Jahr ihr Börsendebüt gaben.

Dafür, dass die Vorstände nicht lange erklären müssen, wie ihr Geschäft funktioniert, sind viele Investoren durchaus dankbar. Schließlich bedarf es anders als bei Start Ups aus der Bio- oder Nanotechnologiebranche keiner langen Erklärungen, womit ein Unternehmen sein Geld verdient und wo die Kernkompetenzen liegen.

Kommt dann noch dazu, dass der Name des Vorstandschef mit dem Unternehmen identisch ist, bringen die Investoren dem potenziellen Börsenneuling erst recht großes Vertrauen entgegen. Paradebeispiel hierfür ist Thomas Bauer, Chef des Baumaschinen-Herstellers und Tiefbauspezialisten Bauer AG, der im vergangenen Jahr an die Börse ging. Weil die Ursprünge seines Unternehmens bereits auf eine Kupferschmiede seines Vorfahren Sebastian Bauer aus dem Jahr 1790 zurück ging, brauchte niemand Bedenken um mangelnde Seriosität haben. Und Einwände um die allgemein schlechte Zahlungsmoral in der Baubranche wischte Thomas Bauer mit einfachen Sätzen beiseite: „Wir machen Tiefbau. Das ist am Anfang eines Projekts. Da hat der Bauherr noch Geld“. Damit waren auf Investorenseite auch die letzten Zweifler überzeugt.

Unterstützt wird die aktuelle Entwicklung von der derzeit sehr guten Börsenklima. Wer jetzt an die Börse geht, kann sich sicher sein, dass er für seine Aktien einen guten bis sehr guten Preis bekommt, heißt es unter Investmentbankern. Deswegen fällt es Mittelständlern auch leichter, diesen Schritt zu wagen.

Seite 1:

Mittelständler nutzen Börsenklima

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%