Mehrwert für Wirtschaft und Verwaltung geschaffen
Die stürmisch gewachsene Branche hat die Reifephase erreicht

Im Gegensatz zu den angelsächsischen Staaten war der Begriff Managementberatung und die Beratung von Unternehmen im Sinne einer professionellen Dienstleistung in Deutschland vor 50 Jahren noch wenig bekannt. Managementberater im modernen Sinne gab es in Deutschland zwar bereits seit den 20er Jahren, doch erstreckten sich die Aufträge im allgemeinen auf technische Rationalisierung.

HB DÜSSELDORF. Auch als sich 1945 der „Nestor der deutschen Unternehmensberater“, Gerhard Kienbaum, in Gummersbach als beratender Ingenieur niederließ und so den Grundstein zu einer der ersten großen deutschen Unternehmensberatung in Deutschland legte, konzentrierte sich die Tätigkeit überwiegend auf diesen Bereich.

Die schnell einsetzende Automation beschleunigte den Bedarf an externem Know how. Zunehmend halfen Experten, die vor dem Krieg in leitenden Funktionen in der Wirtschaft tätig gewesen waren, einem wachsenden Kreis von Unternehmen, Fertigungsabläufe zu planen, neue und wirtschaftliche Produktionsmethoden einzuführen oder durch eine professionelle Kostenrechnung die Unternehmensplanung zu erleichtern.

Es war nicht einfach, für diese industrienahe Dienstleistung eine einheitliche Bezeichnung in Deutschland zu finden. Begriffe wie Rationalisierungsfachmann, Management Consultant nach amerikanischem Muster, Betriebsberater, Wirtschafts- oder Unternehmensberater wurden parallel und im Sinne der Bedeutung selten einheitlich genutzt.

Dies änderte sich im Februar 1954. Da traf sich ein Kreis von Fachleuten, um am Ende mit dem Eintrag in das Vereinsregister in Frankfurt am Main den „Bund Deutscher Unternehmensberater" als Branchenvertretung aus der Taufe zu heben. Damit verhalfen die Gründungsväter des heutigen Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e. V. gleichzeitig der Berufsbezeichnung Unternehmensberater in Deutschland zum Siegeszug.

Die Themen Qualitätsstandards und Weiterentwicklung des Berufsfeldes standen im Zentrum der Aktivitäten. Schon früh sorgten die strengen Aufnahmekriterien des BDU für Transparenz im Beratermarkt und für eine steigende Verbreitung der Berufsbezeichnung „Unternehmensberater“ in Deutschland.

Die Folge war eine wachsende Nachfrage aus Wirtschaft und Verwaltungen nach Unterstützung durch externe Spezialisten. Herausforderungen gab und gibt es zur Genüge wie die Verbreitung neuer Technologien, die wachsende Arbeitsteilung, immer schnellere Veränderungszyklen, der massive Strukturwandel und natürlich die Entstehung neuer globaler Märkte.

Der Umsatz der Beraterbranche stieg bis Anfang der 80er Jahre auf 2,3 Mrd. Euro und kletterte bis 2003 auf rund 12,2 Mrd. Euro. Die dynamischen Wachstumsphasen waren aber auch durch besondere Innovationen gekennzeichnet. Managementkonzepte wie etwa die Portfolio-Analyse (1976), der Total- Quality-Management-Gedanke (1982), die Wertschöpfungskette (1985), das Benchmarking (1989), das Reengineering (1993) oder internetgetriebene Modelle gegen Ende der 90er sorgten für eine kontinuierliche Weiterentwicklung.

Nun ist die Consultingbranche nach teilweiser stürmischer Marktentwicklung um die Jahrtausendwende in ihre Reifephase eingetreten. Geblieben sind ihre Stärken, die weiter eine wichtige Rolle spielen werden, wenn es darum geht, Unternehmen und Verwaltungen einen Mehrwert zu liefern. Schlanke Organisationen richten sich im Sinne einer arbeitsteiligen Wirtschaft auf das Tagesgeschäft aus und kaufen Kapazität für die Projektarbeit auf Zeit zu. Je nach Ausgangslage ist dann das Fach- oder Methodenwissen, die betriebsobjektive und unabhängige Analyse, die ökonomische Lösung von zeitlich klar einzugrenzenden Veränderungsprojekten oder der Berater als externer Mediator oder Katalysator gefragt.

Christoph Weyrather ist BDU-Geschäftsführer

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