Meindl-Schuhe
Meindl: Nicht ohne meine Fachhändler

Keine Outlets, keine Supermärkte, keine eigenen Läden. Auch wenn das Angebot an Meindl-Schuhen in manch einem Laden überschaubar ist, im Vertrieb macht der Schuhproduzent Meindl keine Kompromisse. Warum die Meindl-Brüder, die das Unternehmen in der elften Generation führen, nach Ansicht von Experten damit genau die richtige Strategie fahren.

KIRCHANSCHÖRING. "Leider", meint der Verkäufer in dem kleinen Sportgeschäft im Münchener Osten bedauernd, "habe ich in dieser Größe nur ein einziges Modell von Meindl auf Lager." Die Kundin ist enttäuscht, denn sie hat jahrelang gute Erfahrungen mit der Marke gemacht und wollte nun auch für ihre achtjährige Tochter feste, wasserdichte Wanderstiefel von Meindl kaufen. Der Händler kann jedoch nur leichte Trekkingschuhe anbieten.

Es sind Momente wie diese, in denen Lars und Lukas Meindl schmerzlich die Grenzen ihres Geschäftsmodells vor Augen geführt werden. Denn die beiden Brüder vertreiben ihre hauptsächlich in der eigenen Fabrik in Bayern produzierten Schuhe ausschließlich über den Fachhandel - im Gegensatz zu vielen Konkurrenten in der Outdoor-Branche.

Mitunter ist das Angebot an Meindl-Schuhen in den Läden aber bescheiden, obwohl die Familienfirma mit über 300 verschiedenen Modellen fast alle Wünsche von Wanderern und Alpinisten erfüllt. Das bremst das Wachstum des 326 Jahre alten Unternehmens. Dennoch halten die Brüder, die den Betrieb in der elften Generation führen, an ihrer Strategie fest - und das aus gutem Grund.

Meindl ist in Factory-Outlets genauso wenig vertreten wie in Supermärkten. Und auch von eigenen Läden haben die zwei Unternehmer stets die Finger gelassen. "Wir bleiben eine Schuhmacherei", betont Lars Meindl fast schon trotzig. Die Schuhe, die in der Regel zwischen 150 und 250 Euro kosten, bräuchten im Verkauf viel Erklärung und könnten nur durch geschultes Personal vertrieben werden.

Doch das ist nicht der einzige Grund, warum die Brüder so stur dem Fachhandel die Treue halten. Mit eigenen Läden, so sind sie überzeugt, würde das Risiko massiv steigen. "Die Mieten sind das Problem", meint Lukas Meindl.

Dass eigene Shops ein Klotz am Bein sein können, illustriert der über Jahre hinweg sehr erfolgreiche Sportkonzern Puma. Das bis zum vergangenen Jahr hochprofitable Unternehmen hat jüngst angekündigt, sein Filialnetz zu durchforsten und unrentable Ableger zu schließen. Das Problem: Die Umsätze in den Geschäften gehen wegen der weltweiten Wirtschaftskrise zum Teil massiv zurück, Mieten und Löhne aber bleiben gleich. Im ersten Quartal ist der Gewinn des Konzerns fast auf null geschrumpft.

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