Messe-Chef Thorwirth
„Essen misst sich mit Paris oder Chicago“

Mit großen Plänen startet der neue Chef der Messe Essen, Frank Thorwirth, in sein neues Amt. Im Handelsblatt-Interview verrät der Vorsitzende der Geschäftsführung, mit welcher Strategie er die Messe etablieren will und warum die Ruhrmetropole sich auch mit London, Paris oder Chicago messen kann.

Handelsblatt: Herr Thorwirth, Sie sind seit 19 Jahren im Messegeschäft, haben für Düsseldorf und Hannover gearbeitet. In Essen starten Sie in der Krise. Macht Sie das nervös?

Thorwirth: Nein, ginge es danach, dürften Sie im Moment gar nicht die Stelle wechseln. Aber unabhängig davon müssen wir uns natürlich anstrengen, um unseren Rang als Top-Nischenanbieter zu halten oder sogar auszubauen.

Warum gerade Essen?

Essen ist ein sehr attraktiver Standort. Auch wenn es möglicherweise komisch klingt: Das Einzugsgebiet der Ruhrgebietsmetropole kann sich mit London, Paris oder Chicago messen. Man denke nur an die hervorragende Infrastruktur. Die Messe selbst verfügt über einen guten Mix aus Verbraucher-, Industrie- und Gastveranstaltungen. Essen ist als Deutschlands achtgrößter Messeplatz zwar ein Nischenanbieter, aber einer mit guten Überlebenschancen.

Was zeichnet Essen gegenüber Düsseldorf oder Hannover aus?

Sofort ins Auge springt natürlich die Größe des Messegeländes. Daher musste Essen zum Beispiel auch den "Caravan Salon" nach Düsseldorf ziehen lassen. Unser Plus sind dagegen die kurzen Wege. Mit 200 Beschäftigten haben wir auch für die Aussteller eine überschaubare Größe. Der oft strapazierte Vergleich zwischen Schnellboot und Tanker trifft hier voll zu. Große Gelände brauchen dagegen viele Großveranstaltungen.

Was planen Sie in Zukunft?

Wir müssen uns betriebswirtschaftlich und an Kundenbedürfnissen orientiert sinnvoll ausrichten, um unseren Auftrag gegenüber unseren Kunden, aber auch als Wirtschaftsförderer von Stadt und Region erfüllen zu können. Dazu setzen wir auf Verbesserung der Qualität, der Modernisierung und Internationalität - dazu gehört aber auch die Ertüchtigung des Messegeländes.

Was heißt das konkret?

Wir müssen es beispielsweise schaffen, nicht nur als Flächenvermieter wahrgenommen zu werden, sondern auch in der Zeit zwischen den Messen als Marktteilnehmer, der Inhalte anbietet. Messen dürfen Branchen nicht nur eine Plattform bieten. Sie müssen selbst Teil dieser Plattform sein und schnell auf Veränderungen mit neuen Angeboten reagieren. So hat beispielsweise die "Security" frühzeitig auf Signale aus der Industrie reagiert und um das Thema Brandschutz erweitert. Die "Schweissen & Schneiden" hat in diesem Jahr mehr internationale Gäste angelockt als je zuvor. Das liegt auch daran, dass wir mit den Ausstellern ins Ausland gegangen sind.

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