Messemanagement
Der Standort ist auf Messen entscheidend

Wer auf einer Messe ausstellen will, muss viel planen. Gleich nach der Wahl der Standgröße kommt die Frage des Standorts. Und diese sollten Unternehmer auf keinen Fall vernachlässigen - denn wer an der richtigen Stelle steht, auf den fließen die Besucherströme ganz automatisch zu.

KÖLN. Messen sind auch in der Krise eine willkommene Möglichkeit für viele Mittelständler, sich und ihre Produkte zu präsentieren. Bevor Aussteller überlegen, wie ihr Stand aussehen soll, kommt erst einmal die Wahl des richtigen Standorts. Denn Ort ist nicht gleich Ort: Aussteller müssen einiges beachten, wenn sie wollen, dass die Besucherströme an ihrem Stand vorbeifließen.

Freie Auswahl beim Standort haben aber höchstens bekannte Konzerne, die gleich mehrere hundert Quadratmeter mieten, oder Firmen, die als Platzhirsche seit vielen Jahren dieselben Flächen bestellen. Andere Mittelständler können in der Regel nur angeben, wie viel Platz sie brauchen und neben welchen Konkurrenten sie auf keinen Fall stehen möchten. Immerhin bietet ihnen der Veranstalter daraufhin oft mehrere unterschiedliche Standorte an. Wer hier klug wählt, hat sich schon einen Vorsprung vor den anderen Ausstellern verschafft.

Studien zufolge laufen zum Beispiel etwa 80 Prozent der Besucher vor allem durch die zentralen Haupt- und Mittelgänge und schauen dort eher nach rechts als nach links. "Die Leute gehen aus Gewohnheit immer rechts", bestätigt Gernot Becker, Geschäftsführer beim Messebauer MAC Messe- und Ausstellungscenter GmbH. "Am besten positioniert man sich daher rechts im vorderen Bereich der Eingangshalle." Aussteller, die dort stehen, haben von Anfang an bessere Chancen, wahrgenommen zu werden.

Auch die Art des Messestands bringt Vor- oder Nachteile mit sich. Üblicherweise stehen Reihenstände, Eck- oder Kopfstände sowie Einzelstände, auch Blockstände genannt, zur Auswahl. Ein Reihenstand, der links und rechts von anderen Ständen begrenzt wird und nur zum Gang hin offen ist, kostet am wenigsten. "Mit einem solchen Stand wird man aber auch am wenigstens beachtet", gibt Becker zu bedenken. Um die Besucher dennoch möglichst gut abpassen zu können, ist bei einem solchen Stand wichtig zu wissen, ob in der Nähe Events stattfinden oder der Stand vielleicht auf dem Weg zu einem der Stars der Messe liegt.

Um von mehr Messebesuchern wahrgenommen zu werden, sind Kopf- oder Eckstände besser geeignet. Sie liegen jeweils am Ende einer Standreihe. Ein Eckstand ist an zwei Seiten geöffnet, ein Kopfstand sogar an drei. Messebesucher nutzen solche Stände, die eine neue Reihe einleiten, oft als Orientierungspunkte. Deshalb sind sie auch etwa 25 bis 40 Prozent teurer als ein Reihenstand.

Am teuersten, aber auch am besten gelegen ist ein Einzelstand, der an allen vier Seiten offen ist. Er kann bis zu 60 Prozent mehr Miete kosten als ein Reihenstand. Dafür hat sein Aussteller besonders viele Gestaltungsmöglichkeiten - und die besten Chancen, vorbeilaufende Besucher auf sich aufmerksam zu machen. "Dieser Stand ist die bevorzugte Variante, weil man sich nach vier Seiten hin präsentieren kann", sagt Becker von MAC. Der Nachteil daran: Wegen der fehlenden Rückwand sind Standbau und Gestaltung komplizierter als bei einem einfachen Reihenstand. Zudem müssen Aussteller mit einem Blockstand ihre Logistik entweder in die Mitte des Stands setzen oder an eine der vier Seiten - die dann natürlich wieder zugebaut und wenig präsentabel ist.

Trotzdem: "Ein Blockstand lockt die meisten Leute an", sagt der selbständige Messeberater und Messebauer Stefan Dischl aus München, der seit mehr als 25 Jahren Messestände konzipiert. Wenn die Präsentationsidee des Ausstellers gut ist und sich mit einem Blockstand am besten umsetzen lässt, rentiert sich Dischl zufolge der höhere Preis. Für Mittelständler mit knappem Budget oder bescheideneren Vorstellungen ist ein kleinerer Stand aber nicht unbedingt ein Nachteil - denn es kommt vor allem darauf an, auf dem Platz eine glaubwürdige und zum Unternehmen passende Präsentation zu erreichen. "Ein gut gestalteter Reihenstand ist für einen kleineren Aussteller völlig in Ordnung", sagt Dischl.

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