Messtechnik
Wächter über Brücken und Pipelines

Moderne Messtechnik erlaubt es, Rohrleitungen, Gebäude oder Staudämme fernab menschlicher Siedlungen automatisch und rund um die Uhr auf Risse oder Materialschwächen überwachen zu lassen, um nötige Reparaturen zu identifzieren. Deutsche Unternehmen sind gut am Markt positioniert.

KÖLN. Eine Batterie, einen Festspeicher und ein Ultraschallsensor – das reicht dem Line-Explorer, um allein auf die Reise zu gehen. Fast täglich schleusen Techniker der Firma NDT Systems & Services irgendwo auf der Welt eines der wasserdichten, länglichen Messgeräte in eine Pipeline ein und schicken es auf eine Messfahrt durch die Dunkelheit. Bis zu 700 Kilometer kann das Gerät autonom durch die Rohrleitungen treiben und per Ultraschall nach Rissen und Materialschwächen fahnden.

Moderne Messtechnik, wie sie im Line-Explorer steckt, erlaubt es, Rohrleitungen, Gebäude oder Staudämme fernab menschlicher Siedlungen automatisch und sogar rund um die Uhr zu überwachen. Jeder Riss und jede Erschütterung lässt sich mit Hilfe von Sensoren erfassen und per Mobilfunk über den gesamten Globus hinweg in Echtzeit melden. "Structural Health Monitoring" nennen das Fachleute - vor nicht langer Zeit ein technisches Randgebiet der Messtechnik, inzwischen aber ein wachsender Markt auch für deutsche Hersteller. Die baden-württembergische Firma NDT beispielsweise freut sich seit Jahren über steigende Umsätze. Im Jahre 2000 hatte eine Gruppe von Ingenieuren und Physikern die Firma gegründet, um ihr Wissen über automatisierte Prüfsysteme für die Pipelineindustrie zu Geld zu machen. Ihr Rohrleitungs-Messgerät kann bei einem Tempo von bis zu neun Stundenkilometern mehrere Tage ohne Unterbrechung die Wandstärke messen und die Messdaten auf einem Flash-Speicher sammeln. „Nur eine Hand voll Firmen weltweit verfügt über diese Technik“, sagt Vorstandschef Alfred Barbian, dessen Dienste in Russland genauso gefragt sind wie im Nahen Osten oder in den USA.

Nicht nur an Pipelines, auch an großen Staudämmen, Brücken oder Tunneln nagt der Zahn der Zeit. Die nötige Hard- und Software zur Überwachung liefert zum Beispiel der Systemanbieter Leica-Geosystems. Die Nachfrage nach deren Gebäude-Monitoring-Technik wächst seit Jahren. „Zum einen ist das Sicherheitsbedürfnis gewachsen, zum anderen fehlt für die Sanierung vieler Bauwerke schlicht das Geld“, sagt Deutschland-Vertriebschef Willi Dinzinger. „Damit wird die Echtzeit-Überwachung mit Hilfe von Sensortechnik immer wichtiger.“ Seit rund 15 Jahren entwickelt Leica-Geosystems Messsysteme für das Structural Health Monitoring: Etwa Laser-Scanner zur Statik-Überwachung oder Vermessungsgeräte, die dank eines piezoelektronischen Motors besonders witterungsbeständig sein sollen – und nahezu wartungsfrei.

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