Metallindustrie
Mittelstand hat wieder Kredit

Die mittelständische Metallindustrie erhält wieder besseren Zugang zu Krediten. Der Metall-Verband sieht den Schockzustand bei Banken gelöst - und hofft auf eine Erholung der Branche zum Jahresende. Ungeachtet des verbesserten Zugangs zu Krediten sehen sich die Mittelständler weiter einem Hindernis ausgesetzt.

FRANKFURT. "Die Schockstarre bei den Banken löst sich langsam", sagte der Präsident des Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung (WSM), Ulrich Galladé, dem Handelsblatt. Viele Unternehmen hatten sich noch im vergangenen Quartal darüber beklagt, dass Finanzinstitute den Kredithahn zugedreht hätten.

Eine aktuelle Umfrage der KfW unter Wirtschaftsverbänden bestätigt die Nöte der Branche. Demnach gibt es zwar keine allgemeine Kreditklemme. "Es gibt aber Branchen, insbesondere Automobil-, Werft- sowie Teile der Metall- und Elektroindustrie, die sich erheblichen Finanzierungsengpässen gegenübersehen", heißt es in der am Freitag vorgestellten Studie.

Gerade die Metallverarbeiter sind auf Kreditlinien angewiesen, um etwa den Kauf von Stahl oder anderer Werkstoffe vorzufinanzieren. Der WSM hatte daher vor einigen Wochen an die Banken appelliert, ihre Zurückhaltung aufzugeben. Offenbar mit Erfolg. "Wir haben viele gute Rückmeldungen von den Banken erhalten, sie wollen unsere Mitglieder finanzieren", sagte WSM-Geschäftsführer Andreas Möhlenkamp. Nun müssten Taten folgen. "Es zeichnet sich ab, dass die Banken ihre Kunden nicht pleitegehen lassen wollen."

Die Finanzinstitute schreckt neben der Sorge um die eigenen Bilanzen der massive Einbruch bei den Auftragseingängen der Metallbranche ab. Die vom Verband vertretenen Firmen, zumeist Mittelständler in privater Hand, verzeichneten im vierten Quartal einen Rückgang beim Auftragseingang von knapp einem Drittel und beim Umsatz von 14 Prozent. Der Zuwachs der ersten drei Quartale wurde komplett aufgezehrt, die Erlöse der Unternehmen schmolzen im Gesamtjahr um ein Prozent auf 83 Mrd. Euro.

Nun sieht WSM-Vertreter Möhlenkamp allerdings die Talsohle erreicht. "Wir sind am Ende des Abschwungs." Diese Hoffnung hegen auch die Stahlkonzerne Thyssen-Krupp und Arcelor-Mittal, die ab Ende März mit einer schrittweisen Erholung rechnen. Beide Großkonzerne sind wichtige Lieferanten für die im WSM zusammengeschlossenen Metallverarbeiter, die mit 20 Mio. Tonnen knapp die Hälfte des in Deutschland produzierten Stahls abnehmen.

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