Metz
Fernseh-Oldie beantragt Insolvenz

Der TV-Hersteller Metz kämpft schon seit geraumer Zeit ums Überleben. Nun hat auch das Traditionsunternehmen aus Zirndorf Insolvenz angemeldet. Kein Einzelschicksal – und besonders für die 90 Jahre alte Inhaberin bitter.
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Zirndorf/FürthLetztlich kommt die Nachricht wenig überraschend: Der TV-Hersteller Metz hat Insolvenz beantragt. Das Sagen bei der Metz-Werke GmbH & Co KG hat damit nun Insolvenzverwalter Joachim Exner. Der Rechtsanwalt aus der Kanzlei Beck & Partner hatte als Sachwalter bereits die Sanierung des Metz-Konkurrenten Loewe begleitet.

Allzu hart ist der Konkurrenzdruck in der Branche, allzu heftig der Preisverfall, als dass das Traditionsunternehmen noch lange hätte mithalten können. Denn die Franken produzieren ihre Fernseher noch immer in Deutschland.

Alle anderen bekannten Marken der einst glänzenden Elektronikbranche, wie Saba, Grundig oder Nordmende, sind längst Geschichte oder an ausländische Massenhersteller verkauft. Konkurrent Loewe kämpft schon seit geraumer Zeit ums Überleben.

Nun also Metz. Mehrfach hatten die Zirndorfer in den vergangenen Jahren rote Zahlen geschrieben. 2013 brach der Umsatz um ein Viertel ein. „Die Branche ist in sehr rauer See unterwegs, dem kann sich auch Metz nicht entziehen“, hatte Geschäftsführer Norbert Kotzbauer erst vor wenigen Wochen im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa eingeräumt. „Wir sind da mitten drin, wir sind ja keine Insel der Glückseligen.“

Doch kampflos aufgeben wollte das Management nicht. Die über Jahrzehnte hinweg funktionierende Nischenstrategie, einer älteren Käuferschicht qualitativ hochwertige Produkte samt Service als Rundum-sorglos-Paket anzubieten, sollte zwar nicht über Bord geworfen werden. Ein Anbiedern an den Massenmarkt hätte ohnehin nicht funktioniert – schließlich findet sich in Asien immer ein Hersteller, der noch billiger ist.

Doch der preisliche Abstand zwischen dem Metz-Einsteigerprodukt und einem Standard-Fernseher sollte geringer werden. Beim Design wollte Metz zudem mit rahmenlosen Geräten und größeren Bildschirmen moderner werden, und auch beim Vertrieb sollte sich einiges ändern: Wurden die Produkte bislang ausschließlich über den Fachhandel vertrieben, wollte Metz nun auch in serviceorientierten Fachmärkten Fuß fassen.

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Die Zeit reichte nicht

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  • Bei Metz kommen viele Probleme zusammen - viele sind im Artikel genannt: Man hat sich zu lange auf den sterbenden Fachhandel und die ältere Käuferschaft konzentriert, das Design vieler TVs war altbacken. Kein Mensch erwartet, daß ein in Deutschland hergestelltes Gerät so günstig wie eines aus Fernost ist. Aber die Differenz zu - wohlgemerkt - Markenware aus Fernost ist einfach zu groß. Jahrelang waren Metz und Loewe die einzigen Hersteller mit doppeltem Sat-Empfangsteil - das kann Panasonic mittlerweile auch. Bei der Bildqualität sind die Möglichkeiten, sich von der Konkurrenz abzuheben, beschränkt. Zwar kommt es immer noch auf die Signalverarbeitung im Gerät an, also das Augenmaß und Fingerspitzengefühl der Entwickler - aber ein wesentlicher Faktor ist nun mal der eigentliche Bildschirm. Den kauft Metz genauso in Fernost ein wie alle anderen auch.

    Schließlich: Wer mal an einem Metz-TV versucht hat, etwas im Menü einzustellen, kennt das doch etwas krude Bedienkonzept.

  • Auch die Automobilbranche, mit ihren antriebstechnolgisch antiquierten Produkten, steht nahezu am Ende ihrer Entwicklung. Vom Verkehrschaos und der Umweltbelastung hierbei ganz abgesehen.

    Wie schnell etwas Neues kommen und zu einer großen Gefahr für einen gesamten Industriebereich werden kann, zeigt das Beispiel Tesla.

    Eines Tages wird Made in Germany hoffentlich nicht zum Synonym für alt und teuer. Was den Briten geschah, steht auch uns ins Haus. Auch dank politischer Kurzsichtigkeit und allgemeiner Aversion gegenüber Veränderung.

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