Mexiko: Landwirtschaftssektor treibt Modernisierung voran

Mexiko
Landwirtschaftssektor treibt Modernisierung voran

Das Exportwachstum bringt derzeit in Mexiko Schwung in die Branche. Vor allem Asien treibt die Nachfrage landwirtschaftlicher Erzeugnisse an. Von dem Anstieg profitieren auch auswärtige Anieter, denn die Ausrüstung muss zu 90 Prozent aus anderen Ländern bezogen werden.
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MEXIKO-STADT. Der erwartete Anstieg der Ausfuhren an landwirtschaftlichen Erzeugnissen in den kommenden Jahren dürfte die Modernisierung in Mexikos Agrarsektor begünstigen. Davon werden ausländische Hersteller von Düngemitteln und Pestiziden sowie von Landmaschinen stark profitieren, da die Inlandsproduktion in diesen Bereichen schwach aufgestellt ist. Bei der Bewässerung und dem Einsatz von Gewächshäusern besteht in Mexiko großes ungenutztes Potenzial.

Etwa 70% der Produzenten in Mexikos Agrarsektor betreiben eine Landwirtschaft mit minimalem Maschineneinsatz, die primär der Eigenversorgung dient. Auf der anderen Seite existiert ein in Teilen hochmoderner Agrarsektor, der verstärkt Exportchancen - mit Schwerpunkt auf den US-amerikanischen Markt - wahrnimmt.

Mexiko ist mit einer Anbaufläche von 27 300 ha unter den 15 größten Agro-Business-Nationen der Welt. In der Fleischproduktion nimmt das Land weltweit den 10. Platz ein, im Maisanbau den 4. und im Orangenanbau den 5. Rang. Stark ist das Land im Anbau von Avocados und in der Honigproduktion. Im Durchschnitt werden täglich etwa 45 000 kg Honig nach Deutschland geliefert.

Der moderne Exportsektor koppelt sich allerdings immer stärker von der Gesamtentwicklung der mexikanischen Landwirtschaft ab. Obwohl die Haushaltsausgaben für den Sektor seit 2000 nominal verdreifacht wurden, ist die Produktivität nach Einschätzung von Luis Gómez Oliver, der die Nahrungsmittel- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO in Mexiko berät, lediglich um 2,5% pro Jahr gewachsen und damit deutlich langsamer als in anderen lateinamerikanischen Ländern wie Paraguay und Chile mit Steigerungsraten von 6%.

Ein Grund ist nach Darstellung von Gómez, dass in Mexiko der Großteil der Zuwendungen direkte Einkommenshilfen sind, die kaum Auswirkungen auf die Produktivität in der Landwirtschaft haben. Die Bruttowertschöpfung in der Landwirtschaft werde daher in Mexiko in den kommenden Jahren bestenfalls um 3% zulegen, wohingegen Länder wie Argentinien, Chile und Brasilien Wachstumsraten von bis zu 6% erreichen dürften.

Davon losgelöst prognostizieren Marktexperten ein starkes Exportwachstum. So sollen die Ausfuhren aufgrund der wachsenden - vor allem von Asien angetriebenen - Nachfrage nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen in den kommenden zehn Jahren um jährlich 8,5% zulegen.

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