Mezzanine-Angebote
Der Teufel steckt im Detail

Seit mehreren Jahren wandelt sich die Unternehmensfinanzierung in Deutschland. Finanzierungsalternativen wie Beteiligungs- und Mezzanine-Kapital kommen ins Spiel. Gerade letztere Angebote sollten Interessenten aber genau prüfen. Die Anforderungen an ein gutes Auswahlverfahren steigen.

BERLIN. Gerade Mezzanine-Kapital, egal ob in der Form von stillen Beteiligungen (typisch und atypisch), Nachrangdarlehen oder Genussscheinen, wird auf Grund seiner besonderen Stellung zwischen Eigenkapital und Fremdkapital ein erhebliches Potenzial vorausgesagt.

Durch die gestiegene Nachfrage nach Mezzanine-Kapital hat auch die Zahl der Anbieter in der jüngsten Vergangenheit deutlich zugenommen. Inzwischen zeigt sich das Angebot so vielfältig wie die Finanzierungsform selbst. Neben den bereits seit langem in diesem Segment aktiven mittelständischen Beteiligungsgesellschaften der Bundesländer und der KfW Mittelstandsbank haben auch die Beteiligungsgesellschaften aus dem Sektor der Sparkassen- und Genossenschaftsbanken ihr Engagement verstärkt. Hinzu kommen die Geschäftsbanken, die mit eigenen Finanzierungslösungen oder in Zusammenarbeit mit ihren Beteiligungstöchtern Lösungen anbieten. Komplettiert wird das Angebot durch neue unabhängige Mezzanine-Fonds.

Zahlreiche Kreditinstitute bieten inzwischen neben den einzelfallstrukturierten Mezzanine-Lösungen auch verschiedene standardisierte Produkte an. Im Rahmen dieser Programme wird die Kapitalnachfrage einer großen Zahl von meist größeren mittelständischen Unternehmen gesammelt, verbrieft und durch den Verkauf am Kapitalmarkt refinanziert. Die Zahl dieser Programme wie Preps oder equiNotes ist in den vergangenen drei Jahren deutlich gestiegen und das Angebot an Mezzanine-Kapital damit gewachsen. Für den kapitalsuchenden Unternehmer ist die richtige Wahl des Finanzierungspartners damit aber nicht leichter geworden. Denn die angebotenen Finanzierungen unterscheiden sich zum Teil deutlich in ihrer Ausgestaltung und den angesprochenen Zielunternehmen.

Das betrifft etwa den Auswahlprozess, den Grad der Betreuung und Unterstützung des finanzierten Unternehmens, die Tilgungsmodalitäten und die Möglichkeiten zur vorzeitigen Ablösung.

Die Extreme bilden wahrscheinlich die einzelfallverhandelten und in einem intensiven Due Diligence- und Verhandlungsprozess vergebenen Mezzanine-Finanzierungen von Beteiligungsgesellschaften einerseits und die in einem verkürzten und standardisierten Ratingprozess vergebenen Finanzierungen aus den Bankprogrammen andererseits. Darüber hinaus wenden sich die Standardprogramme der Banken vor allem an Unternehmen mit überdurchschnittlicher Bonität, wogegen Beteiligungsgesellschaften auf Grund ihres detaillierteren Auswahlprozesses eine breitere Unternehmensgruppe ansprechen.

Mezzanine-Instrumente bereichern die Palette der Finanzierungsalternativen und sind wegen ihrer flexiblen Ausgestaltung und Formenvielfalt für zahlreiche Unternehmen und Finanzierungsanlässe ein geeignetes Finanzierungsinstrument. Im Detail unterscheiden sich die verschiedenen Angebote jedoch deutlich, ein genauer Blick beugt Enttäuschung vor.

Holger Frommann ist Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften.

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