Mezzanine
Der Weg zum Geld ist versperrt

Der Siegeszug beginnt 2004: Unter den fünf Buchstaben Preps bringen die Hypovereinsbank und die Schweizer Capital Efficiency Group zum ersten Mal sogenannte Mezzanine-Verbriefungen an den Kapitalmarkt. Das Produkt findet schnell Nachahmer und wird zum Milliardengeschäft - bis die Kreditkrise zuschlägt.

FRANKFURT. Unter den fünf Buchstaben Preps lassen 2004 die Hypovereinsbank und die Schweizer Capital Efficiency Group zum ersten Mal Genussrechtskapital an mittelständische Unternehmen in verbriefter Form über den internationalen Kapitalmarkt refinanzieren. Durch Standardverträge und die Ausplatzierung bei Investoren wird das Mezzaninekapital, das mit Eigenschaften von Fremd- und Eigenkapital die Bilanzstruktur verbessert, für Mittelständler günstiger. Institutionelle Anleger profitieren davon, sich nun den "German Mittelstand" einfach ins Portfolio holen zu können.

Schnell findet das Produkt Nachahmer. Aus der Innovation wird ein Milliardenmarkt. Bis Mitte 2007 sind mehr als vier Mrd. Euro an Mezzanine-Verbriefungen platziert. Und dann kommt die Finanzkrise. Was als Zahlungsausfälle bei einkommensschwachen US-Häuslebauern anfängt, legt im Sommer den weltweiten Verbriefungsmarkt lahm. Nichts geht mehr. Und obwohl Mezzaninekapital an den deutschen Mittelstand reichlich wenig mit US-Subprime-Krediten zu tun hat, machen die Investoren keinen Unterschied. Sie sind zu verunsichert. Sie kaufen nicht mehr.

Das merken im vergangenen Jahr das Essener Finanzierungsunternehmen Conpair und die Investmentbank Lehman Brothers. Als sie ihr Mezzanineprogramm SME Growth mit einem Volumen von 350 Mill. Euro aus mehr als 100 einzelnen Mezzaninetranchen am Markt platzieren wollen, scheitern sie. Nur einen Teil der Tranchen hätten ihnen die Investoren abgenommen. Die Verbriefung wird abgebrochen.

Eigentlich hätte Conpair das Mezzanine bis Ende 2007 platzieren wollen, sagt Sprecherin Edda Marous. Aber der Kapitalmarkt und die Investoren seien einfach noch nicht so weit gewesen. Jetzt plant Conpair die Verbriefung für das zweite Quartal dieses Jahres.

Auch HSBC Trinkaus & Burkhardt muss wegen der anhaltenden Verunsicherung der Investoren länger auf die geplante Verbriefung seines Programms Heat warten als bisher gedacht. Auch überarbeiteten die Ratingagenturen derzeit ihre Modelle, sagt der Chef der Verbriefungsgruppe Michael Auracher. Jetzt werde man die Platzierung am Kapitalmarkt im späten Frühjahr versuchen. Dabei könne es sein, dass man anders als bisher nicht das gesamte Volumen in Wertpapiere verschiedener Risikoklassen tranchiert. "Wir probieren noch verschiedene Modelle."

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