Mezzanine-Finanzierung
Die Ernte selber einfahren

Sie haben abenteuerlich klingende Namen wie etwa Stem, Heat, Preps oder CB-MezzCap, und sie versprechen mittelständischen Unternehmen die Lösung nahezu all ihrer Finanzierungsprobleme. Doch so abenteuerlich die Namen auch klingen mögen – die damit gemeinten unterschiedlichen Mezzanine-Finanzierungsprogramme der Banken und Sparkassen sind grundsolide und tendenziell eher unspektakulär. Mezzanine-Finazierungen haben sich etabliert, nicht immer unter der Führung einer Bank.

LÜNEBURG. Der aus dem italienischen il mezzanino (Zwischengeschoss) abgeleitete Begriff Mezzanine bezeichnet sämtliche Finanzierungsformen, deren Risiko-Rendite-Profil zwischen reinem Eigenkapital und klassischem Fremdkapital liegt. Der große Vorteil derartiger Finanzierungsmodelle: Obwohl Mezzanine die Eigenkapitalquote des Unternehmens erhöhen kann, kommt es aber – genau wie das Fremdkapital – ohne Mitentscheidungsrechte der Kapitalgeber aus. Ein Aspekt, der insbesondere für familiengeführte Betriebe eine wichtige Rolle spielt.

Angesichts der verschärften Anforderungen durch die internationale Refinanzierungsrichtlinie Basel II greift eine wachsende Zahl mittelständischer Unternehmen auf diese spezielle Finanzierungsmöglichkeit zurück. Denn mit der Aufnahme von Mezzanine-Kapital können insbesondere etablierte mittelständische Unternehmen mit Wachstumspotenzial Finanzierungslücken schließen. Bei Mezzanine-Kapital handelt es sich etwa um nachrangige Darlehen, Genussscheine oder stille Beteiligungen.

Eines der ersten deutschen mittelständischen Unternehmen, die statt auf den klassischen Bankkredit auf alternative Finanzierungsformen gesetzt haben, war Claas. Bereits seit den 90er Jahren nutzt der Landmaschinenhersteller aus dem münsterländischen Harsewinkel Mezzanine, um das Ziel, auch in Zukunft zweistellig wachsen, zu erreichen. „Wir beabsichtigen, auch weiterhin eigenkapitalähnliche Mittel einzusetzen“, sagt Hans-Jörg Mast, Leiter Finanzen bei Claas. Doch weil die Mezzanine-Angebote der Banken und Fonds nicht passten, beschritt Claas den direkten Weg an den Kapitalmarkt. Zunächst mit der Emission von Genussscheinen, vor zwei Jahren zusammen mit der Dresdner Bank mit der Ausgabe eines Equity Bonds mit unendlicher Laufzeit. Das hat sich in der Praxis bewährt: „Wir werden auch weiter Mezzanine-Positionen in der Bilanz führen", sagt Mast.

Größtmögliche Freiheiten

Bei der Gestaltung von Mezzanine-Finanzierungen bestehen für die beteiligten Parteien größtmögliche Freiheiten. Denn weder das Genussrecht noch die stille Beteiligung oder die Schuldverschreibung sind gesetzlich starr geregelt. Finanzierungsparameter wie Volumen, Laufzeit, Rückzahlungsmodalitäten, Form und Fälligkeit der Zinsen können eigentlich flexibel an die Bedürfnisse des kapitalsuchenden Unternehmens angepasst werden. Doch solche individualisierte Angebote sind eher die Ausnahme.

Denn die meisten Banken setzen auf standardisierte Programme. Die haben den Vorteil, dass die Konditionen im Wesentlichen feststehen. Einige Landesbanken haben sich aber mit ihren Programmen auf kleinere, mittelständische Unternehmen spezialisiert. So bietet beispielsweise die Norddeutsche Landesbank ihren Firmenkunden der Sparkassen-Finanzgruppe Mezzanine-Kapital ab einem Bedarf von 500 000 Euro an. Damit will das Institut nach eigener Aussage, „wachstumsstarke mittelständische Unternehmen im Geschäftsgebiet Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern bei der Finanzierung von Expansionen, Akquisitionen und Erweiterungsinvestitionen“ unterstützen. Die Landesbank stellt mittelständischen Unternehmen das Kapital zu einem Einstiegszins von acht Prozent in Form von Genussrechten aus eigenen Mitteln zu Verfügung.

Deutlich teurer sind dagegen die individualisierten Programme von speziellen Fonds. Beim Anbieter M-Cap-Finance betragen die Renditen beispielsweise zwischen 9 und 16 Prozent, die sich in der Regel in drei Komponenten – dem festen Zins, dem auflaufendem Zins und dem Equity Kicker – widerspiegeln. „Dafür gibt es bei uns auch keine Standardverträge“, sagt Frank Golland, Gründer und Partner von M-Cap-Finance Deutsche Mezzanine. „Die Renditen hängen ab von der Qualität des Cashflows, vom Eindruck, den wir vom Management haben, dem Geschäftsmodell und von der Branche des Unternehmens“, erläutert er die wichtigsten Bedingungen.

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