Mezzanine-Finanzierungen
Schwieriger zweiter Anlauf

In wohl keinem Segment hat die internationale Finanzkrise so auf die Finanzierung deutscher Mittelständler durchgeschlagen wie bei dem einst gefeierten Mezzanine-Kapital. Der Verbriefungsmarkt liegt weiter auf Eis. Zwei Anbieter wagen jetzt dennoch einen zweiten Anlauf.

FRANKFURT. Viele institutionelle Investoren dürfen derzeit keine forderungsunterlegten, strukturierten Produkte kaufen - egal welche Kredite dahinter stehen. So herrscht seit einem Jahr Flaute auf dem Markt für Standard-Mezzanine, dem Kapital mit Fremd- und Eigenkapitaleigenschaften, das die Banken an den Kapitalmarkt weiterreichen.

Zwei Anbieter wagen jetzt einen zweiten Anlauf, der zeigen wird, ob das Segment trotz weiter schwelender Finanzkrise schon wieder zum Leben erweckt werden kann. Mit HSBC und der Capital Efficiency Group treten die Marktführer des Segments gleich gemeinsam an. Bis Ende des Monats muss sich zeigen, ob sie genügend Investoren für ihr 215 Mill. Euro großes Portfolio finden. Statt Banken, die früher strukturierte Mezzanine-Wertpapiere gekauft hätten, seien jetzt eher Versicherer oder Pensionskassen die potenziellen Investoren, sagt Michael Auracher, der den Bereich strukturierte Produkte bei HSBC Trinkaus & Burkhardt leitet. Da einige Investoren nun gegen die Tranchierung der Papiere in verschiedene Risikoklassen Vorbehalte haben, prüfen HSBC und Capital Efficiency Group parallel, einen Teil des Portfolios als eine Art Bond ohne Risikounterteilung anzubieten. "Portfolio-Note" nennt sich dies im Fachjargon.

HSBC versucht der Investorenskepsis zudem durch eine größere Streuung des Einzelrisikos zu begegnen. 2007 hatten Firmeninsolvenzen wie beim Stofftierhersteller Nici, dem Schuhfabrikanten Rohde oder dem Möbellieferanten Schieder den Investoren Ausfälle beschert.

Der zweite Spieler ist das Essener Finanzierungsunternehmen Conpair. Im vergangenen Jahr konnte Conpair das mit der Investmentbank Lehman Brothers angebotene Mezzanineprogramm über 350 Mill. Euro nicht am Markt platzieren. Seither warten die Unternehmen, die darüber Kapital bekommen sollten, auf ihr Geld. Im April fand Conpair mit dem US-Finanzinvestor ACP Capital einen Partner für das Programm. Doch wieder hinken die Essener dem Zeitplan hinterher. Im April hieß es, Anfang Juni solle ein geplantes Volumen von 250 Mill. Euro finanziert werden. Doch noch ist nichts passiert. "Wir sind optimistisch, die Auszahlungen bis Ende Juli darstellen zu können", sagt Ginette Oebel von Conpair.

Die Anläufe von HSBC und Conpair dürften in den kommenden Wochen zeigen, ob der Mezzanine-Markt für eine Reanimation bereit ist. Einfach, da sind sich Branchenexperten einig, wird es nicht. Denn die Bedingungen, die zwischen 2004 und Frühjahr 2007 für einen Boom der Finanzierungsform gesorgt haben, haben sich umgedreht. Heute verlangen die risikoscheueren Kapitalmarktinvestoren merklich höhere Coupon-Zahlungen für das gleiche Produkt. Bei solch hohen Zinssätzen aber greifen viele Unternehmen mit guter Bonität lieber doch zum Bankkredit.

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