Mezzanine-Kapital
Sorge um die Anschlussfinanzierung

Mit verbrieftem Mezzanine-Kapital verbesserten viele Mittelständler ihre Bilanzrelationen. Doch jetzt müssen sie das Geld zurückzahlen - und die Frage ist: Wie? Warum die Anschlussfinanzierung zum Problem werden könnte.

FRANKFURT. Über Jahre schien es der Königsweg für die Finanzierung so manchen Mittelständlers zu sein: Verbrieftes Mezzanine-Kapital. Der Zwitter aus Eigen- und Fremdkapital verbesserte die Bilanzrelationen der Unternehmen und war zudem, weil das Geld über Verbriefung vom Kapitalmarkt kam, relativ günstig zu haben. Viele Unternehmen wollten mit dem Kapital schneller wachsen. Doch jetzt nähern sich die Jahre, in denen sie das meist endfällige Kapital zurückzahlen müssen - und die große Frage lautet: Wie?

"Ende dieses Jahres werden die ersten dieser Programme auslaufen", sagt Altfried Lütkenhaus, der bei der DZ Bank für das Firmenkundengeschäft zuständig ist. Da stelle sich die Frage, wie die Anschlussfinanzierung aussieht. Die Wirtschaftskrise habe die Finanzplanung einiger Unternehmen über den Haufen geworfen. "Das wird mit Sicherheit ein Problem. Ich nehme an, dass die meisten Mezzanine-Nehmer für die Nachfinanzierung Fremdkapital beantragen werden. Die Vergabe wird aber nicht überall möglich sein."

Es ist ein Milliardenthema: Insgesamt sind in den Jahren 2004 bis 2007 fast 4,5 Mrd. Euro an verbrieftem Mezzanine-Kapital an hunderte deutsche Mittelständler vergeben worden. Zudem liegen weitere, nicht verbriefte Mezzanine-Finanzierungen in unbekannter Höhe in den Bankbüchern, denn als Ende 2007 die Verbriefung des Mittelstandskapitals nicht mehr funktionierte, vergaben die Banken zunächst Mezzanine auf die eigene Bilanz, in der Hoffnung, es später ausplatzieren zu können.

Elmar Jakob von der Finanzierungsberatung Ipontix schätzt, dass insgesamt 3 000 Unternehmen Mezzanine in den Büchern haben. Da die Banken derzeit genauer hinschauen und die Ratings vieler Unternehmen in der Konjunkturkrise in den Keller rauschen, sorgten sich viele Unternehmen zu Recht über die Anschlussfinanzierung. "Wir gehen davon aus, dass 30 Prozent der Unternehmen Schwierigkeiten haben werden, eine Anschlussfinanzierung zu finden, darunter auch einige größere Unternehmen."

Erst 2011 beginnt der größere Teil der verbrieften Mezzanine-Finanzierungen auszulaufen, denn 2004 starteten die Hypovereinsbank und die Capital Efficiency Group ihr erstes sieben Jahre laufendes Programm Preps mit mehr als 850 Mio. Euro Volumen. Das Thema Anschlussfinanzierung ist dennoch bereits jetzt akut. "Darüber sollten sich die Unternehmen etwa ein bis zwei Jahre vorher Gedanken machen, denn in der Regel machen die Programme einen Großteil der Finanzierungen aus", sagt Thorsten Möller von der auf Eigenkapitalfinanzierungen spezialisierten WGZ Initiativkapital. Sondierungsgespräche zwischen Banken und Mezzanine-Nehmern über Anschlussfinanzierungen hätten im ersten Quartal begonnen.

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