Milliarden-Projekt
Supermetro um Paris geplant

Niemand weiß es besser als die Pariser selbst. Der Verkehr in der Hauptstadt wird von Jahr zu Jahr schlimmer. Das soll nun anders werden. Paris plant eine Supermetro.

bfai PARIS. Seit Juli 2006 ist Pierre Mongin Vorsitzender der öffentlichen Pariser Nahverkehrsgesellschaft RATP (Régie Autonome des Transports Parisiens) und wagt sich gleich an eines der größten Vorhaben der französischen U-Bahn-Geschichte. Bereits in den 90er Jahren geisterte das Projekt einer Pariser Umgehungs-U-Bahnlinie durch die Gazetten - damals unter dem Namen Orbitale. Nun heißt sie Métrophérique und soll die Hauptstadt vor dem Verkehrsinfarkt bewahren.

Offiziell hat die RATP dieses Vorhaben im Rahmen ihrer strategischen Planung der nächsten Jahre (Orientations strategiques) vorgelegt und strebt an, es in den Verkehrs-Masterplan für den Zeitraum bis 2025 aufzunehmen. Dieser Masterplan (Schéma Directeur) wird von der Regionalverwaltung, d.h. der Ile-de-France, jeweils mittelfristig beschlossen und legt die infrastrukturelle Entwicklung der gesamten Region fest.

Konkret ist vorgesehen, dass die Métrophérique in einem Abstand von etwa 3 km zur existierenden Umgehungsautobahn Périphérique unterirdisch und vollautomatisch die gesamte Stadt umrundet. Wichtigstes Anliegen ist es, die existierenden Linien außerhalb des Pariser Stadtgebietes zu verbinden, um den Durchgangsverkehr zu vermindern. Bislang sind nämlich alle Metro- und S-Bahn-Linien so konzipiert, dass sie die Berufspendler morgens in die Stadt hinein- und abends in die Vororte zurückbringen.

Konkrete Kostenberechnungen liegen noch nicht vor. Schätzungen der RATP gehen davon aus, dass die Bauarbeiten zwischen 4 Mrd. und 6 Mrd. Euro kosten, je nach Trasseführung und Anzahl der Bahnhöfe.

Unter der Zahl der Pendler - insbesondere der "durchreisenden" Pendler leidet zur Zeit vor allem die Linie 13. Während der Stoßzeiten des Berufsverkehrs soll kurzfristig eine weitgehende Automatisierung des Zugverkehrs mit geringeren Taktzeiten Abhilfe schaffen. Verbessern will die RATP auch die Sicherheit im gesamten Streckennetz. Dazu sollen in den nächsten Monaten 6.500 zusätzliche Videoüberwachungskameras installiert werden. 900 Mill. Euro will der RATP in den nächsten Monaten für eine technische Modernisierung des Netzes ausgeben.

RATP ist die größte Nahverkehrsgesellschaft des Großraums Paris und untersteht mit der staatlichen Eisenbahn und rd. 90 privaten Unternehmen dem Koordinierungs- und Regulierungsorgan Syndicat des Transports d'Ile-de-France (STIF). Ihr obliegt die Organisation des gesamten Pariser U-Bahn-, Straßenbahn- und Busnetzes sowie eines Teils der S-Bahnlinien. 1949 gegründet, erzielte die RATP mit fast 49.000 Mitarbeitern im Jahr 2005 einen Umsatz von 3,4 Mrd. Euro und beförderte 2,8 Mio. Passagiere.

Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

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