Millionen-Kauf
Autozulieferer Dürr will Homag übernehmen

Dürr will den Holz-Maschinenbauer Homag kaufen. Der Autozulieferer hat eine entsprechende Vereinbarung mit den Großaktionären erzielt. Mit Homag will Dürr seine Angebotspalette erweitern.
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FrankfurtDer Autozulieferer Dürr stößt mit der Übernahme des Maschinenbauers Homag in neue Geschäftsfelder vor. Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) und einige weitere Großaktionäre verkaufen Dürr insgesamt 53,7 Prozent der Anteile für 219 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Über einen Aktienpool mit den Familienaktionären kommt Dürr dann auf 75,8 Prozent der Stimmrechte.

Insgesamt wird der auf die holzverarbeitende Industrie spezialisierte Anlagen- und Maschinenbauer damit mit 408 Millionen Euro bewertet. Dürr hat als Lackieranlagenbauer seinen Schwerpunkt mit 80 Prozent des Umsatzes bei der Autozulieferung.

Mit der Übernahme von Homag könne Dürr seine Angebotspalette erweitern und sich neue Wachstumsmöglichkeiten erschließen, erklärte der Maschinenbauer. Homag erzielte im vergangenen Jahr mit rund 5100 Mitarbeitern einen Umsatz von 789 Millionen Euro bei einer operativen Umsatzrendite von 4,4 Prozent. Dürr kam bei 2,4 Milliarden Euro Umsatz auf 8,4 Prozent operative Rendite. Die Akquisition will Dürr aus eigenen Finanzmitteln finanzieren.

Die in Schopfloch im Schwarzwald ansässige Homag war 2007 von der DBAG an die Börse gebracht worden. Sie ist bisher die einzige börsennotierte Beteiligung des Frankfurter Finanzinvestors. Für ihn ist der Verkauf ein Befreiungsschlag. Die DBAG und einige Familienaktionäre hatten sich öffentliche Auseinandersetzungen über die Strategie geliefert. Nun winkt den DBAG-Aktionären eine Sonderdividende.

Die Homag-Aktie schnellte um mehr als acht Prozent auf 27,29 Euro nach oben. DBAG-Papiere legten mehr als fünf Prozent zu. Die Dürr-Aktie gab dagegen mehr als drei Prozent nach.

Den verbleibenden Homag-Aktionären bietet Dürr für ihre Anteilsscheine jeweils 26,35 Euro, etwas mehr als die 26 Euro, die die Großaktionäre bekommen sollen. Dürr will nach Worten von Vorstandschef Ralf Dieter das Übernahmeangebot nicht aufstocken. Die angekündigten 26,35 Euro würden nicht nachgebessert, sagte Dieter am Dienstag.

Eine Zwangsabfindung oder ein Rückzug von der Börse sei nicht geplant. Homag solle selbstständig innerhalb des Dürr-Konzerns bleiben. Der Übernahme müssen die Kartellbehörden noch zustimmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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