Minderheitsbeteiligung
Maschinenbauer findet Retter

Der Beginn der 90er-Jahre war eine schwarze Zeit für den Maschinenbauer Aubema. Die Firma im oberbergischen Bergneustadt meldete Insolvenz an. Heute gehört sie unter neuer Führung zu den Marktführern im Bereich Zerkleinerungstechnik. Wie Phönix aus der Asche erlebte der Betrieb eine Wiedergeburt - dabei half ihm eine Minderheitsbeteiligung als Finanzierungsinstrument.

HAMBURG. Mit dem frischen Geld fand Aubema seine Nische. Trotz rückläufiger Insolvenzzahlen gingen allein 2006 noch über 30 000 Firmen pleite. Statt eine Sanierung zu versuchen, wird oft zerschlagen und abgewickelt, um die Gläubiger zu bedienen. „Dabei gibt es so viele Möglichkeiten, einen Betrieb zu retten“, meint Torsten Stier, Leiter der Risikoabteilung der Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg (BG). „Wenn eine drohende Zahlungsunfähigkeit rechtzeitig erkannt wird, kann mit professioneller Hilfe eine Insolvenz in den meisten Fällen abgewendet werden.“ Bei kleineren Mittelständlern gehe es meist um kaufmännische Schwächen. Bei größeren Unternehmen seien Krisenursache Nummer eins Marktveränderungen, auf die nicht rechtzeitig reagiert wurde.

Um wieder wettbewerbsfähig zu werden, brauchen die Unternehmen bei allen guten Sanierungsplänen aber nach den ersten Schritten aus der Krise für die Aufholjagd frisches Kapital. Hier half Aubema die Minderheitsbeteiligung, viele Mittelständler greifen auch auf stille Beteiligungen zurück. Die 1947 als Produzent von Kohlemühlen gegründete Firma geriet nach dem Tod des Gründers unter dem Ruder des Schwiegersohns in Untiefen, wurde 1992 zahlungsunfähig. Marketingexperte Norbert Britz kaufte das Unternehmen für drei Mill. Mark. „Gerettet hat uns am Anfang unsere örtliche Sparkasse mit einem ganz traditionellen Kredit“, erinnert er sich.

Britz legte mit den 60 verbliebenen Arbeitnehmern los. 2000 krempelte er die Firma noch einmal um, spezialisierte sie auf Zerkleinerungstechnik für Kohlekraftwerke und übernahm selbst das Management. Wieder war es seine Hausbank, die mit einer Ausweitung der Kreditlinie über eine Landesbürgschaft das Ruder herumriss und eine Investition von zwei Mill. Euro ermöglichte.

Als Nischenanbieter - weltweit gibt es nur fünf namhafte Konkurrenten - hat Aubema den Umsatz in den vergangenen sieben Jahren von acht auf geschätzte 18 Mill. Euro gesteigert. Da Britz für die Expansion frisches Kapital brauchte, machte er sich vor drei Jahren auf die Suche nach einer Beteiligungsgesellschaft. Er fand die Hannover Finanz Gruppe. Die stieg 2006 ein und hält heute 40 Prozent der Anteile von Aubema. „Für uns waren das Konzept und die Manager-Persönlichkeit ausschlaggebend für unsere Beteiligung“, sagt Investmentmanager Volker Tangemann von Hannover Finanz.

Ohne die Beteiligung wäre das lebensnotwendige Wachstum der Firma nicht möglich gewesen. „Und trotzdem konnte ich meine Strategie umsetzen, ohne dass mir ein zweiter Gesellschafter reinredet“, konstatiert Britz.

Seite 1:

Maschinenbauer findet Retter

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%