Mitarbeiterbeteiligung
Durch Abgeben stärker werden

Unternehmer, die eine Beteiligung ihrer Angestellten am Unternehmen wagen, machen damit in der Regel gute Erfahrungen. Noch ist die Idee in Deutschland nicht weit verbreitet, oftmals verhindert die Angst vor einem Kontrollverlust den Schritt. Dabei stärkt die Beteiligung von Mitarbeitern die Eigenkapitalbasis von Firmen und bietet neue Steuervorteile.

HAMBURG. Um so einen radikalen Weg zu gehen wie Eduard Appelhans, muss man von der Idee der Mitarbeiterbeteiligung schon sehr überzeugt sein. Der Geschäftsführer der Sorpetaler Fensterbau aus dem sauerländischen Sundern ist Erstgeborener und damit automatisch Nachfolger im väterlichen Unternehmen. So "wie das im Sauerland eben üblich und normal ist". Seit 25 Jahren arbeitet Appelhans im Unternehmen, das Spezialfenster und Haustüren aus Holz herstellt. Sein Ältester, Stefan, hat BWL studiert, und wenn alles läuft wie üblich und normal, dann wird er irgendwann sein Nachfolger.

Vorausgesetzt - und hier wird es radikal und gar nicht mehr sauerländisch -, die Inhaber sind auch dafür. Denn Eduard Appelhans hat das fast 130 Jahre alte Familienunternehmen in die Hände seiner Mitarbeiter gelegt. Die dürfen zwar nicht ins Tagesgeschäft reinregieren, aber sie könnten zum Beispiel verhindern, dass Appelhans junior dereinst Chef wird, und - wenn es hart auf hart käme - sogar Appelhans senior als Geschäftsführer absetzen.

Die Idee, die Mitarbeiter am Unternehmen zu beteiligen, ist in Deutschland nicht sehr weit verbreitet. "Es gibt hier eine ganze Reihe von unbegründeten Ängsten, vor allem bei den Unternehmern, die fürchten, die Kontrolle über den eigenen Betrieb zu verlieren", urteilt Stefan Fritz, Geschäftsführender Gesellschafter der auf Beteiligungsmodelle spezialisierten Beratung Mit-Unternehmer.com aus Bamberg.

Jedoch: Unternehmer, die eine Beteiligung ihrer Angestellten wagen, machen damit regelmäßig gute Erfahrungen. Und um noch mehr Firmen auf diesen Trichter zu bringen, hat die Bundesregierung eine Gesetzesänderung beschlossen: Seit April dieses Jahres können Unternehmen statt 135 Euro bis zu 360 Euro pro Jahr steuerlich geltend machen. Das bedeutet: Wer einem Mitarbeiter Unternehmensanteile im Wert von bis zu 360 Euro übereignet, kann dies als Betriebsausgabe verbuchen.

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