Mitarbeitersuche
Ausländische Unternehmen suchen Profis

Um die richtigen Fachkräfte zu finden, stehen den ausländischen Unternehmen in Deutschland viele Instrumente zur Verfügung. Und die Suche ist nicht immer einfach, wie ein Beispiel aus Mecklenburg-Vorpommern zeigt.
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KÖLN. Nach einer weltweiten Standortrecherche hat sich Jalil Afsharnejad für eine Ansiedlung in Mecklenburg-Vorpommern und damit seine erste Fabrik in Europa entschieden. Der aus dem Iran stammende Brite will bis Ende 2009 im südlich der Hansestadt Wismar gelegenen Upahl die Produktion von löslichem Kaffee aufnehmen. Ausschlaggebend für seine Entscheidung waren das gut erschlossene Gewerbegebiet, der direkte Autobahnanschluss, die unmittelbare Nähe zum Rohkaffeehandel in Hamburg und die guten Fördermöglichkeiten.

"Außerdem hat Deutschland den Ruf, gute Fachkräfte auszubilden", erklärt Margarete Schulz, die die Aufgabe übernommen hat, den Betrieb aufzubauen und die Mitarbeiter zu rekrutieren. Die ersten Hürden bei der Suche nach der richtigen Mannschaft hat sie erfolgreich genommen. "Unser Führungsteam ist fast komplett und wir haben bereits ein Fünftel der übrigen Belegschaft unter Vertrag", berichtet die Betriebsleiterin. Ursprünglich wollte sie diese Aufgabe einem Personalmanager überlassen, fand jedoch keine passende Person. Eigenhändig bemüht sie nun zahlreiche Jobbörsen im Internet, nimmt Kontakt zur Arbeitsagentur auf und schaltet Anzeigen in Tageszeitungen zwischen Berlin und Hamburg. "Erschwerend kommt hinzu, dass es in Deutschland nur drei Produzenten gibt und Mitarbeiter in der Kaffeebranche am liebsten bis zur Rente ihrem Unternehmen treu bleiben", weiß die Diplom-Ingenieurin für Lebensmitteltechnologie und setzt deshalb auf branchennahe Berufe aus der Milchwirtschaft.

Diese ist in Mecklenburg-Vorpommern weitverbreitet und bietet ein großes Potenzial. Um fünf Fachkräfte einzustellen, sind zuvor aber rund 300 Bewerbungen zu sichten und zahlreiche Gespräche zu führen. Mit Unterstützung von Bildungsträgern und eigenen Spezialisten erhalten die neuen Mitarbeiter den letzten Schliff. Derzeit denkt das Unternehmen über einen zeitlich befristeten Fachkräfteaustausch mit dem noch jungen Kaffeeproduzenten im Iran nach. Um dem Fachkräfteproblem künftig aus dem Weg zu gehen, soll zeitgleich mit dem Produktionsstart auch die Berufsausbildung beginnen.

Frank Leisten hat während seiner Tätigkeit für die Wirtschaftsfördergesellschaft Invest in Mecklenburg-Vorpommern bereits zahlreiche in- und ausländische Unternehmen bei der Ansiedlung betreut. Er empfiehlt das eigens für die Rekrutierung von Fachkräften entwickelte Portal www.mv-professionals.de. "Wir unterstützen mit diesem Onlineinstrument die Unternehmen effektiv bei der Fachkräftesuche", erläutert Leisten und verweist auf die Möglichkeit, Stellenprofile dort bis zu einem Jahr zu veröffentlichen. Durch überregionales Marketing, deutschlandweite Anzeigen sowie die Beteiligung an jährlich rotierenden Jobmessen werde das Jobportal immer bekannter.

Ein weiterer Baustein des Bundeslandes bei der Suche nach qualifizierten Arbeitskräften ist die Agentur mv4you. "Wir halten den Kontakt zu abgewanderten jungen Menschen sowie Zuwanderungsinteressierten und verfügen so über einen umfangreichen Pool an hoch qualifizierten Fach- und Führungskräften aus den verschiedensten Branchen", erläutert Projektleiterin Solveig Streuer. Die bei www.mv4you.de angemeldeten Fachkräfte sind durchschnittlich 34 Jahre alt und haben in der Regel einen akademischen Abschluss.

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