Mittelständische Transporteure setzen auf IT
Der Lastwagen wird zur Nebensache

Wer glaubt, dass Lastwagen genügen, um in der Logistik noch Geschäfte zu machen, der irrt. „Heute stecken wir mehr in die IT als in unseren Fuhrpark“, sagt Horst Stiegler, Geschäftsführer der Rieck Holding, die zur Berliner Rieck Logistik-Gruppe gehört.

Angesichts der EU-Osterweiterung und der weltweiten Arbeitsteilung in der Produktion verstehen sich Stiegler und seine Kollegen nicht mehr als Transporteure, sondern als Dienstleister in einem modernen Transportnetz.

Rieck ist organisatorisch und informationstechnisch an die Interessengemeinschaft Deutscher Spediteure (IDS) angeschlossen. Der 1982 gegründete Verbund gehört zu den ältesten Stückgut-Kooperationen in Deutschland. 2002 führten die 37 Partnerunternehmen das europaweit gültige Datensatzformat Edifor ein. Über diesen Standard werden nun unternehmensübergreifend die Daten eingelesener Barcodes ausgetauscht. Alle IDS-Fahrzeuge haben Bordcomputer, die auf ein zentrales Auskunftssystem zugreifen. Die Fahrer erkennen, wo die Fuhre wartet; die Zentrale kann die Touren ideal disponieren, Kunden erfragen den Warenstandort über das Internet.

Auch bei der 464 Mitarbeiter starken Ulmer Noerpel Logistik GmbH gibt die IT den Takt vor. „Die Fahrer haben ihre Handhelds, bei denen auf dem Display unterschrieben wird“, erklärt Prokurist Axel Siewert. „Die Informationen sind schon in unseren Systemen, bevor die Ware physisch ankommt.“ Noerpel ist ebenfalls an IDS angeschlossen. Der Datenaustausch über das Format Electronic Data Interchange (EDI) zu allen Phasen der Auftragsbearbeitung ist selbstverständlich. Noerpel beliefert unter anderem Ratiopharm mit medizinischen Rohstoffen, bringt aber auch die Harry-Potter-Romane in die Buchhandlungen. Die Fahrer holen die Ware von der Druckerei ab und lesen mit Handscannern die Barcodes ein. Per Funk übertragen die Geräte die Daten in das Bestandssystem der Druckerei, das automatisch die Frachtpapiere und Lieferscheine erstellt.

Auch durch die Anbindung an die Stückgutnetze ILS und Elix European Logistix bieten kleine Logistiker im Verbund den international agierenden Transporteuren wie Fiege, Thiel, Schenker oder der DHL die Stirn. Allein die Transportkette digital abzubilden, reicht allerdings nicht mehr aus, um sich abzuheben. Für das Nachverfolgen, auch Tracking und Tracing genannt, zahlt kein Kunde. Nur wer es schafft, einzelne Logistikbereiche komplett zu übernehmen, kann statt der sonst üblichen Ein-Prozent-Marge für den reinen Transport mit einer Marge um die vier Prozent kalkulieren, errechneten die Unternehmensberater von Roland Berger.

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