Mittelständler in der Golfregion
Der teuerste Anbieter gewinnt

Der Erfolg des Mittelständlers Heinz Bauer in Abu Dhabi hat es gezeigt: High Tech aus Deutschland muss nicht billig sein – in der Boomregion zählt in erster Linie Wertarbeit. Doch nicht nur allein mit High-Tech-Produkten können hochpreisige deutsche Firmen in Wachstumsgebieten wie der Golfregion punkten.

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Richtig überwältigt seien die Scheiche aus Abu Dhabi gewesen, als sie sein Werk gesehen hätten, erzählt Heinz Bauer stolz. Die potenziellen Kunden waren ins bayerische Geretsried gereist, um die moderne Fertigung für Erdgastankstellen der Bauer Gruppe zu besichtigen. Unternehmer Bauer setzte darauf, dass die Delegationen aus dem arabischen Emirat in der Fertigungshalle „alles anfassen“ konnten. Das, so ist Bauer gewiss, sei ein enormer Pluspunkt gegenüber Konkurrenten, die ihre Produktion an Auftragsfertiger ausgelagert haben.

Die deutsche Wertarbeit hat offenbar überzeugt: Die Bauer Gruppe aus München gewann jüngst eine zwei Jahre dauernde, weltweite Ausschreibung für Erdgastankstellen im Emirat Abu Dhabi. „Unser Geschäftspartner in Abu Dhabi will die technologische Führerschaft und Qualitätsware aus Deutschland“, erklärt der 68-jährige Bauer.

Der Erfolg der Bauer-Gruppe im Geschäft mit den Scheichs zeigt: High Tech aus Deutschland ist in den Boomregionen wie der Golfregion gefragt. Und dort ist meist der Preis nicht das entscheidende Argument für den Geschäftsabschluss. Denn am Preis kann es nicht gelegen haben, dass das 1946 gegründete Familienunternehmen zum Zug kam. Die Bayern gehen vielmehr davon aus, dass sie Teuersten waren.

Fast zwei Jahre lang hat Bauer um den Auftrag gekämpft, ehe er jüngst den Zuschlag für die Lieferung von 17 Erdgastankstellen nach Abu Dhabi bekam. Das Auftragsvolumen der staatlichen Abu Dhabi National Oil Company: ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag. Weitere Aufträge im dreistelligen Millionenbereich sollen folgen.

Das ist ein dicker Happen für einen Mittelständler. Bauer macht 135 Mill. Euro Umsatz, hat 800 Mitarbeiter und eine Exportquote von 90 Prozent. Die Firma verdient ihr Geld mit Kompressoren, wie sie im Tauchsport und bei der Feuerwehr, aber auch in Krankenhäusern und der Industrie eingesetzt werden. Dazu kommen Erdgastankstellen, wie sie jetzt von Abu Dhabi bestellt wurden.

Philipp Bayat, Schwiegersohn von Heinz Bauer und Verkaufschef des Unternehmens, zieht ein Foto aus seinen Unterlagen. Das Bild zeigt das Innere einer Erdgastankstelle, die ein Konkurrent zu Versuchszwecken in die Wüste von Abu Dhabi gestellt hatte. „Die Rohrleitungen eines Wettbewerbers, dessen Pilotanlage wegen massiver Sicherheits- und Qualitätsmängel durch eine Bauer-Anlage ausgetauscht wurde, waren schon nach kurzer Zeit rostig.“

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