Mittelständler
Mitbestimmung macht Societas Europaea interessant

Nicht nur Großkonzerne, sondern auch Familienunternehmen schlüpfen in die neue Rechtsform der Europäischen Gesellschaft (Societas Europaea). Das Modell bietet nicht nur mehr Internationalität, sondern kann auch dabei helfen, die Mitbestimmung durch Arbeitnehmer zu regulieren.

HAMBURG. Das SE-Fieber hat jetzt auch Deichmann erfasst. Im September kündigte der Schuhhandelsriese aus Essen in einer Firmenmitteilung die Umwandlung von einer International Holding GmbH in eine AG als „Zwischenschritt auf dem Weg zu einer SE“ an. Das Kürzel steht für die Societas Europaea, die Europäische Gesellschaft. Sie macht eine erstaunliche Karriere.

Seit Ende 2004 können sich Kapitalgesellschaften in der Europäischen Union in eine solche SE umwandeln und europaweit als rechtliche Einheit auftreten. Mehr als 100 Unternehmen in Europa firmieren inzwischen als SE. Davor mussten Kapitalgesellschaften für die Niederlassung in einem EU-Mitgliedstaat eine Tochtergesellschaft gründen und sich dann jeweils nach nationalem Gesellschafts- und Steuerrecht richten. Die neue Rechtsform macht es für Firmen leichter, in anderen europäischen Staaten Fuß zu fassen. Außerdem winken flexiblere Regelungen bei der Mitbestimmung.

Nicht nur Dax-Größen wie Allianz und BASF haben den Charme dieses Organisationsmodells entdeckt. Auch kleinere Familienunternehmen stellen sich als SE auf. So will der etablierte Münchener Hersteller von Baumaschinen, Wacker, bald eine SE werden. Derzeit arbeiten Anwälte und Unternehmensleitung daran.

Durch die 2007 erfolgte Fusion zwischen der Wacker Construction Equipment AG und der Nelson Kramer Baumaschinen AG ist ein weltweiter Baumaschinenanbieter entstanden, mit 21 Tochtergesellschaften und 140 Niederlassungen allein in Europa. „Als grenzüberschreitend tätige Gesellschaft ist die Societas Europaea daher für uns ein sinnvoller Schritt, um dieser Internationalität Rechnung zu tragen“, sagt Georg Sick, Vorstandsvorsitzender von Wacker. „Wir sehen durch die SE eine Vereinfachung administrativer Abläufe. Beispielsweise wird die Gründung von Gesellschaften nach weitgehend einheitlichen Rechtsprinzipien ermöglicht.“

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