Mittelständler suchen Alternative zum Kredit
Leasing-Gesellschaften wachsen im Ausland

Die Leasing-Branche bekommt Rückenwind von den neuen Eigenkapitalregeln des Basel-II-Abkommens. Denn die Banken werden bei der Vergabe von Krediten vorsichtiger, da sie diese stärker als bisher je nach Risiko mit Kapital hinterlegen müssen.

FRANKFURT/M. Deshalb schauen sich gerade mittelständische Unternehmen nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten um. Einer Umfrage von Siemens Financial Services (SFS) zufolge werden bis Ende 2005 rund elf Prozent der klassischen Hausbank-Kredite durch andere Finanzierungsformen abgelöst. „Einen Teil der Verlagerungen werden die Banken betreuen, doch ein Teil wird von bankenunabhängigen Dienstleistern finanziert werden“, heißt es in der Studie.

Ein Lichtblick für die Branche bleibt zudem das Ausland. Immer mehr deutsche Leasing-Gesellschaften gründen Niederlassungen und Töchter jenseits der deutschen Grenzen. Im Ausland ist das Neugeschäft in diesem Jahr nach Schätzungen des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) um etwa 20 Prozent gestiegen. Deutsche Anbieter drängen vor allem nach Osteuropa. Die Leasing-Gesellschaft der Sparkassen, die Deutsche Leasing, will in zwei Jahren sogar nach China. Im Jahr 2003 lag der Auslandsanteil am Neugeschäft branchenweit schon bei 13 Prozent. In diesem Jahr wird dieser Anteil noch höher ausfallen. „Das internationale Geschäft wird auch im kommenden Jahr zulegen“, ist der Hauptgeschäftsführer beim BDL, Friedhelm Westebbe, überzeugt.

Das abgelaufene Jahr brachte der Branche wenig Freude. Optimistisch waren die Leasing-Gesellschaften gestartet. Sie rechneten mit höheren Investitionen der deutschen Unternehmen, und damit auch mit mehr Leasing-Verträgen. Doch in der zweiten Jahreshälfte hat sich das Bild getrübt. Mit der schwächelnden Konjunktur gaben auch die Umsätze der Leasing-Gesellschaften nach. Das Neugeschäft stieg in diesem Jahr gerade einmal um ein Prozent.

Klarer Verlierer ist das Immobilien-Leasing. Hier brach das Geschäft dieses Jahr um mehr als 20 Prozent auf sechs Mrd. Euro ein. Besser lief das Mobilien-Leasing – also die Vermietung von Autos, Maschinen und anderen beweglichen Gütern wie Computern. Insgesamt legte das Neugeschäft der Branche ein Prozent zu auf 47 Mrd. Euro. Westebbe weist darauf hin, dass sich Leasing immer noch besser entwickelt hat als die gesamtwirtschaftlichen Investitionen, die um zwei Prozent zurückgegangen sind. Für das kommende Jahr rechnet er mit steigenden Ausrüstungs-Investitionen, wovon die Leasing-Branche überproportional profitierten wird.

Fahrzeuge bleiben bei den beweglichen Leasing-Gütern auf Platz eins. Hier wächst vor allem das Flotten-Leasing, bei dem die Gesellschaften den gesamten Fuhrpark von Dienstwagen für Unternehmen verwalten, vom Einkauf bis zur Wartung. Denn immer mehr Unternehmen gliedern Bereiche, die nicht zum Kerngeschäft gehören, an externe Dienstleister aus. In diesem Bereich hat der Einstieg von Volkswagen beim Hersteller-unabhängigen Anbieter Leaseplan für Aufsehen gesorgt. Nach monatelangen Verhandlungen hat die niederländische ABN-Amro-Bank ihre Leasing-Tochter Anfang November für zwei Mrd. Euro an eine Holding verkauft, an der Volkswagen mit 50 Prozent beteiligt ist. Die andere Hälfte der Holding teilen sich zwei arabische Investoren.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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